Dieser Plan sorgt bei Eltern und Lehrern für Empörung: Hamburgs Schüler sollen in Zukunft von Hilfslehrern unterrichtet werden. Diese Kräfte sollen von Trägern wie der „Grone Schule“ kommen. Sie werden ab nächstem Schuljahr in den vierten und siebten Klassen eingesetzt, um besonders schwachen Schülern Nachhilfe zu geben.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält nichts von solchen Ideen der Schulbehörde. GEW-Chef Klaus Bullan: „Wir brauchen für schwache Schüler keine Hilfskräfte und Leiharbeiter, sondern gut ausgebildete Lehrer.“ Eine solche Qualitäts-Verschlechterung werde die GEW nicht mittragen.
Hintergrund des Vorstoßes ist das neue Schulgesetz. Ab diesem Jahr können Schüler in Hamburg nicht mehr sitzenbleiben. Außerdem dürfen Gymnasien ab Klasse sieben (bis Klasse zehn) keine Schüler mehr abgeben, wenn sie im Unterricht nicht mitkommen und schlechte Noten haben. Stattdessen sollen die Jugendlichen in kleinen Gruppen gezielt in ihren schwachen Fächern gefördert werden.
Das geht nicht ohne zusätzliche Lehrkräfte. Denn bisher blieben in den Klassen fünf bis zehn knapp 3000 Schüler jährlich sitzen. Das Gymnasium verlassen mussten jedes Jahr etwa 800 Schüler. Sie alle brauchen nun eine spezielle Förderung. Dafür wurden in diesem Schuljahr 25 Lehrerstellen geschaffen. Weil das nicht ausreicht, sollen neben Lehrern auch Oberstufenschüler und Hilfslehrer eingesetzt werden. Dazu Peter Albrecht, Vorsitzender der Elternkammer. „Aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass staatlicher Unterricht in dieser Form privatisiert wird.“
Die Bildungsbehörde will das Projekt im März ausschreiben, bestätigt Norbert Rosenboom, Leiter des Amtes für Bildung. Träger, die in der Jugendarbeit aktiv sind, können sich bewerben. „Wir geben den Schulen dann eine Liste mit zertifizierten Anbietern, aus der sie selbst auswählen können.“
Die Förderkurse sollen vier bis acht Wochen umfassen. Der Schüler sei danach in der Lage, selbst zurechtzukommen. „Eine längere Förderung wäre auch eine zu große Belastung“, so Rosenboom. Denn die Kurse müssen parallel zum Schulalltag nach dem regulären Unterricht oder in Freistunden gegeben werden. Studierte Lehrer werden bei den Hilfskräften wohl nicht dabei sein. Rosenboom: „Das müssen keine Lehrer sein, vielleicht brauchen diese Schüler auch mal einen anderen Ton als den in der Schule üblichen.“
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