Das Fach „Darstellendes Spiel“ muss in Hamburg in Zukunft in den Klassen fünf und sechs als Pflichtfach unterrichtet werden. Gymnasien halten das für Unsinn. Bei Schülern ist das Fach „Darstellendes Spiel“ äußerst beliebt. Im Wahlpflichtbereich wird es stark angewählt. Doch dass es nun bereits in den Klassen fünf und sechs unterrichtet werden muss, davon hält die Vereinigung der Leiter Hamburger Gymnasien überhaupt nichts.
„Das ist völliger Unsinn und wurde mit uns nicht besprochen“, sagt Margarete Eisele-Becker. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung und Schulleiterin des Margaretha-Rothe-Gymnasiums.
Die Schulleiter befürchten, dass die zwei Stunden Theater auf Kosten des Fachunterrichts gehen. Denn sie müssen aus einem Stundenkontingent abgezweigt werden, um das auch die Fachlehrer kämpfen.
„Wir müssen uns gerade in diesen beiden Klassenstufen am Gymnasium darauf konzentrieren, den Schülern Kernkompetenzen beizubringen“, so Eisele-Becker. „Die Gymnasien sind durch das Abitur nach acht Jahren massiv unter Druck.“
Schuld sind einmal wieder die Pläne für die Primarschule. Denn dort war für die Klassen fünf und sechs „Darstellendes Spiel“ vorgesehen. Offenbar wurde nun einfach die Stundentafel nach den veralteten Plänen verabschiedet. Eisele-Becker: „Dabei hat die Vereinigung der Schulleiter Herrn Rabe auf das Problem hingewiesen.“ Sorgen haben die Gymnasien auch, weil ihnen Räume und Lehrer für das Fach fehlen.
Die Schulbehörde verteidigt die „Theater-Pflicht“. „Das Fach Theater hat eine wachsende Bedeutung für die Persönlichkeits-Entwicklung der Schüler“, sagt Behördensprecher Peter Albrecht. Fehlende Lehrkräfte seien auch kein Problem. „Das können auch Deutschlehrer oder Honorarkräfte.“
„Wenn die Schulleiter nicht informiert waren, dann ist das wirklich ärgerlich“, sagt Robert Heinemann, der schulpolitische Sprecher der CDU.
Er macht einen Vorschlag zur Güte: „Da ja nun alles entschieden ist, sollte man es vielleicht einige Zeit einfach mal ausprobieren und sehen, ob es sinnvoll ist.“ san
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