Der wohl teuerste Radweg Deutschlands wird noch teurer: Statt 3,3 Millionen Euro für 1,2 Kilometer kalkuliert die Stadt mit 4,3 Millionen Euro! Anders investiert ließen sich mit dem Geld laut Verkehrsbehörde bis zu 35 Kilometer durchschnittlicher Radelstrecke bauen – also einmal quer durch Hamburg.
Geplant wurde der Radweg noch unter Schwarz-Grün. Die SPD bezeichnete die Pläne 2010 als „absurd“. Doch jetzt wird die Luxus-Piste trotzdem gebaut (MOPO berichtete).
Und das, obwohl sich die Kosten sogar um eine weitere Million auf 4,33 Millionen Euro erhöhen! Denn die im Schnitt 5,5 Meter breite Velo-Piste, die den Radweg an der Amsinckstraße ersetzen soll, verläuft an der Elbe auf dem Gelände des Großmarkts. Deshalb muss die Verkehrsführung auf dem Marktgelände geändert werden – was zu teuren Umbauten führt.
Zwar ist es der Behörde seit dem ersten MOPO-Bericht im April 2010 gelungen, die voraussichtlichen Kosten des Radwegs von 3,3 auf 2,5 Millionen Euro zu drücken. Doch auf dem Großmarktgelände müssen jetzt unter anderem Katakombem ertüchtigt werden, damit sie schweren Lkw standhalten. Kosten: 1,83 Millionen Euro. Macht zusammen 4,33 Millionen Euro.
Und das, wo Hamburgs Radwege in miserablem Zustand sind und es die Stadt nicht mal schafft, Radstreifen auf Straßen einzurichten. „Das hört sich an, als hätte jemand ohne Ahnung angefangen, einen schicken Radweg zu planen“, sagt Dirk Lau vom Fahrradclub ADFC. Das komme leider häufig vor. „Mit dem Geld hätte man Sinnvolleres machen können.“
Laut Senat könnte man damit zum Beispiel einen 25 bis 35 Kilometer langen „durchschnittlichen“ Radweg bauen. Genau 35 Kilometer sind es etwa von Wedel durch Altona, die Innenstadt und Wansbek bis zur Stadtgrenze bei Rahlstedt.
Trotzdem will die Behörde bauen: Denn ein Anschlussstück von den Deichtorhallen ist bereits fertig, auch die Weiterführung zu den Elbbrücken wird gerade gebaut. „Beides wäre nutzlos ohne das Mittelteil, so Sprecherin Susanne Meinecke. „Aber wir würden uns heute nicht noch mal für das Projekt entscheiden.“
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