Boxweltmeister Vitali Klitschko hat den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch aufgefordert, die verhaftete Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko freizulassen.
„Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, aus ihr eine Jeanne d'Arc zu machen. Sie hat in ihrer Amtszeit als Premierministerin genauso Finanzgruppen und Oligarchen unterstützt. Aber ihr Schicksal berührt mich“, sagte Klitschko der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Klitschko bot Janukowitsch an, für Timoschenko zu bürgen. Zugleich forderte er vom Präsidenten, für demokratische Bedingungen in seiner Heimat zu sorgen. „Ich habe große Sorgen wegen der politischen Entwicklung in der Ukraine. Was dort passiert, entspricht nicht den Erwartungen des Volkes, nicht den demokratischen Ideen, nicht europäischen Werten. Der Präsident hat alle Macht auf sich konzentriert. Von den politischen Gegnern kommt einer nach dem anderen ins Gefängnis.“
Für seine politischen Aktivitäten lässt Klitschko sogar die Fäuste ruhen. Sein Training für den Schwergewichtstitelkampf gegen den Polen Tomasz Adamek am 10. September in Breslau hatte er zuletzt immer wieder unterbrochen. Der Gründer der UDAR-Partei (Ukrainische Demokratische Allianz) sieht die Ukraine auf dem Weg zu weißrussischen, diktatorischen Verhältnissen. „Schlimmer kann nur ein Bürgerkrieg sein“, sagte er über die Zustände in seinem Heimatland, das im kommenden Jahr gemeinsam mit Polen die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft ausrichtet.