Die Welt zitterte vor diesem Mann. Er steckt hinter den schlimmsten Terroranschlägen der Welt. Er hat Tausende Menschen auf dem Gewissen. Jetzt ist Osama bin Laden tot.
Die USA haben den meistgesuchten Mann der Welt getötet. Das sagte US-Präsident Barack Obama in einer Fernsehansprache am Sonntag (Ortszeit) in Washington.
In diesen Flammen starb der Al-Kaida-Chef nach Angaben eines TV-Senders. Foto: dapd
In diesen Flammen starb der Al-Kaida-Chef nach Angaben eines TV-Senders. Foto: dapd
Seit neun Monaten auf seiner Spur
Es geschah am Sonntag bei einem Gefecht in Pakistan, nördlich der Hauptstadt Islamabad: Eine US-Spezialeinheit schlug zu, schoss dem Al-Kaida-Mann laut CNN in den Kopf. „Der Gerechtigkeit ist Genüge getan“, so Obama.
Im August 2010 hatte der Präsident erste Hinweise auf den Unterschlupf Bin Ladens bekommen, jetzt lagen genügend Informationen vor, um zu handeln. Eine kleine US-Einheit schlug zu und erschoss den Top-Terroristen. Dann stellten die Soldaten die Leiche Bin Ladens sicher und nahmen sie mit.
Der pakistanische Geheimdienst ISI hat die Tötung Bin Ladens am Montag bestätigt. Sicherheitskräfte des Landes hätten sich an der Operation beteiligt. Auch ein Sohn des Terroristen und drei seiner Wachleute seien ums Leben gekommen. Die drei Ehefrauen und sechs weitere Bin-Laden-Söhne wurden festgenommen.
Der Leichnam des Terroristen wurde von den USA bereits am Montag im Meer bestattet. Das berichtet CNN unter Berufung auf Regierungskreise. Der Umgang mit der Leiche sollte lauf einem Beamten „im Einklang mit islamischen Praktiken und islamischer Tradition“ stehen. Das sei „etwas, dass wir sehr ernst nehmen, und deshalb wird das in einer angemessenen Weise gehandhabt“.
Siegesfeiern in den USA
Die Menschen in den USA haben fast zehn Jahre lang auf Bin Ladens Tod gewartet, jetzt brach das Land in Jubel aus. Schon bevor Obama im Weißen Haus vor die Kameras trat, um den Tod offiziell zu bestätigten, hatten sich mehrere Tausend Menschen vor dem Zaun des Weißen Hause versammelt. Sie jubelten und riefen: „USA, USA“.
Auch auf dem Ground Zero in New York hatten sich Hunderte Menschen versammelt, um den Tod des Terroristen zu feiern. Viele Menschen schwenkten US-Fahnen, und Champagnerflaschen wurden geköpft. „Was für ein wunderbarer Tag“, rief ein New Yorker aus. „Endlich ist es so weit.“
Euphorische Stimmung in den USA nach der Todesmeldung von Osama bin Laden. Auf vielen öffentlichen Plätzen, vor dem Weißen Haus und auf dem Time Square in New York, fallen sich die Menschen in die Arme.
Foto: dpa
Euphorische Stimmung in den USA nach der Todesmeldung von Osama bin Laden. Auf vielen öffentlichen Plätzen, vor dem Weißen Haus und auf dem Time Square in New York, fallen sich die Menschen in die Arme.
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Euphorische Stimmung in den USA nach der Todesmeldung von Osama bin Laden. Auf vielen öffentlichen Plätzen, vor dem Weißen Haus und auf dem Time Square in New York, fallen sich die Menschen in die Arme.
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Euphorische Stimmung in den USA nach der Todesmeldung von Osama bin Laden. Auf vielen öffentlichen Plätzen, vor dem Weißen Haus und auf dem Time Square in New York, fallen sich die Menschen in die Arme.
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Der Terroranschlag vom 11. September 2001 erschütterte die Welt. Zwei Flugzeuge flogen in das World Trade Center und brachten die Türme zum Einsturz. Fast 3000 Menschen starben.
Foto: dapd
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Der Terroranschlag vom 11. September 2001 erschütterte die Welt. Zwei Flugzeuge flogen in das World Trade Center und brachten die Türme zum Einsturz. Fast 3000 Menschen starben.
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Der Terroranschlag vom 11. September 2001 erschütterte die Welt. Zwei Flugzeuge flogen in das World Trade Center und brachten die Türme zum Einsturz. Fast 3000 Menschen starben.
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Der Terroranschlag vom 11. September 2001 erschütterte die Welt. Zwei Flugzeuge flogen in das World Trade Center und brachten die Türme zum Einsturz. Fast 3000 Menschen starben.
Der Terroranschlag vom 11. September 2001 erschütterte die Welt. Zwei Flugzeuge flogen in das World Trade Center und brachten die Türme zum Einsturz. Fast 3000 Menschen starben.
Der Präsident betonte, dass mit dem Tod Bin Ladens der Kampf gegen den Terror nicht zu Ende sei. Die US-Regierung hat ihre Bürger in aller Welt zu Wachsamkeit aufgerufen. Antiamerikanische Gewalt und Vergeltungsschläge könnten folgen. Das Außenministerium warnte Bürger vor Massenversammlungen und Demonstrationen. Die USA haben außerdem ihre diplomatischen Vertretungen in aller Welt in Alarmbereitschaft versetzt.
Auch in Deutschland wird vor Racheakten gewarnt. Bernhard Witthaus, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, rief zu „höchster Wachsamkeit“ auf: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass die verschiedenen Terrornetzwerke den Tod Bin Ladens rächen wollen.“
Bei fast zeitgleichen Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sterben 230 Menschen. Mehr als 5000 Menschen wurden verletzt. Als Drahtzieher gelten bin Laden und sein Netzwerk Al-Kaida. Besonders verheerend war der Anschlag in Nairobi, bei dem 219 Menschen ums Leben kamen. Unter den Toten waren 12 Amerikaner und rund 100 kenianische Botschaftsmitarbeiter. In Daressalam, wo eine Bombe die Fassade der Botschaft wegriss, starben 11 tansanische Angestellte. 75 Menschen wurden verletzt.
11. September 2001:
Die Terror-Anschläge vom 11. September haben die Welt verändert. An diesem Tag greifen 19 islamistische Terroristen Symbole amerikanischer Macht an und töten rund 3000 Menschen. Die Bilder der einstürzenden Türme des World Trade Centers in New York gingen um die Welt und lösten Entsetzen aus.
Am Morgen kaperten die Terroristen vier zivile US-Boeings mit insgesamt 265 Menschen an Bord. Ein Flugzeug raste in den Nordturm des World Trade Centers und setzte ihn in Brand, kurze Zeit später krachte die zweite Maschine in den Südturm. Das dritte Flugzeug zerschellte 34 Minuten später im Westteil des Pentagon in Washington. Offenbar nach einem Kampf im Cockpit stürzte kurz darauf bei Pittsburgh (Pennsylvania) die vierte Maschine auf freiem Feld ab.
Unter dem eingestürzten World Trade Center wurden mehr als 2750 Opfer begraben. Auch die Entführer starben. In Washington gab es rund 190 Tote, darunter 5 Entführer. In Pennsylvania starben alle 44 Flugzeuginsassen, darunter die 4 Entführer.
31. August 2004:
Eine mutmaßliche Tschetschenin sprengt sich in Moskau am Eingang der belebten U-Bahn-Station Rischskaja in die Luft. Elf Menschen sterben, darunter die Attentäterin und ihr Komplize, ein seit langem gesuchter Terrorist aus der nordkaukasischen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien. Rund 50 Menschen werden verletzt. Die Terrorgruppe Islambuli-Brigaden der Al-Kaida bekennt sich zu der Tat.
23. Juli 2005:
Bei einer Serie von Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet. Ein Terrorist rast mit seinem Auto in die Eingangshalle des Ghazala Garden Hotels und sprengt sich dort in die Luft. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe „Heilige Krieger von Ägypten“.
9. November 2005:
Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die stärkste Explosion ereignet sich im Radisson SAS Hotel während einer Hochzeitsfeier, wo sich der Terrorist unter die Gäste mischte. Auch in den Fünf-Sterne-Hotels Grand Hyatt und Days Inn detonieren Bomben. Die bis dahin im Irak operierende Terrorgruppe Al-Kaida im Zweistromland um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat.
Am Tag vor ersten Luftangriffen auf Ziele in Afghanistan fordert US-Präsident George W. Bush die Taliban ultimativ auf, Bin Laden auszuliefern. Das US-Verteidigungsministerium bestätigt, dass eine kleine US-Einheit in Afghanistan nach ihm sucht.
November 2001:
Die USA erhöhen das Kopfgeld auf Bin Laden von 5 Millionen auf 25 Millionen Dollar.
Dezember 2001:
Im Höhlensystem der Bergfestung Tora Bora suchen US-Soldaten nach dem Terroristenchef. US-Spezialeinheiten dehnen die Suche am folgenden Tag auf Pakistan aus.
Februar 2002:
Indien dementiert einen britischen Pressebericht, wonach britische und amerikanische Elitesoldaten Bin Laden im indischen Teil von Kaschmir suchen.
März 2002:
US-Militärs beginnen eine neue Großoffensive in den Bergen nahe der Stadt Gardes in Ost-Afghanistan, wo hochrangige Al-Kaida-Mitglieder in Höhlenverstecken vermutet werden.
September 2003:
Der pakistanische Innenminister Faisal Saleh Hayat sagt, durch die Festnahme von Al-Kaida-Kämpfern hätten sich Spuren ergeben. Der genaue Aufenthaltsort Bin Ladens sei zwar nicht bekannt, aber „die Schlinge zieht sich zu“.
Februar 2004:
Die USA dementieren Berichte, wonach sich Bin Laden in den Bergen nahe der pakistanischen Grenzstadt Quetta aufhalten soll.
April 2004:
Der Sprecher der US-Armee in Afghanistan erklärt: „Wir sind sicher, dass wir Osama bin Laden dieses Jahr fassen.“
Dezember 2004:
Pakistans Präsident Pervez Musharraf hält die Spur des Terrorchefs für „erkaltet“.
September 2006:
Die Tageszeitung „Washington Post“ berichtet, ein Spezialkommando habe in den vergangenen beiden Jahren nicht einen glaubwürdigen Hinweis auf den Aufenthaltsort Bin Ladens erhalten. Geheimdienstmitarbeiter vermuten ihn im nördlichen Stammesgebiet an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan.
Juli 2007:
Der US-Senat verdoppelt das Bin-Laden-Kopfgeld auf 50 Millionen Dollar.
Juli 2009:
In einem Gesprächsvermerk aus einem Treffen von US-Sicherheitsexperten in New York heißt es, „dass unsere besonders auf den Sieg über Al Kaida ausgerichtete Anti-Terror-Kampagne (die die Notwendigkeit betont, Bin Laden zu fangen oder zu töten) nicht nur kalt ist, sondern tiefgefroren“. Man habe seit Jahren keine genauen Informationen über den Aufenthaltsort des Terrorchefs.
Oktober 2010:
Der US-Nachrichtensender CNN meldet unter Berufung auf einen nicht näher bezeichneten hochrangigen Nato-Vertreter, der Terrorchef halte sich im Nordwesten Pakistans auf. Er wohne dort in einem Haus in relativem Komfort.
Mai 2011:
Eine US-Eliteeinheit tötet Osama bin Laden in einem Haus in Pakistan.
Gratulation der Ex-Präsidenten
Der Tod Bin Ladens ist ein Erfolg für Obama und seine Regierung. Sein Vorgänger, der Republikaner George W. Bush, gratulierte dem Präsidenten bereits in der Nacht. Bush, der das Land während der Terroranschläge vom 11. September regiert hatte, sprach von einer „bedeutenden Errungenschaft“. „Der Kampf gegen den Terror geht weiter, aber heute Nacht hat Amerika eine unmissverständliche Nachricht ausgesandt“, so Bush in seiner Erklärung. „Ganz gleich, wie lange es dauert, der Gerechtigkeit wird Genüge getan.“ Auch Expräsident Bill Clinton beglückwünschte Obama.
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