Die schlimmen Befürchtungen werden wahr: Nachdem Russland und China dem syrischen Diktator Assad einen Freibrief ausgestellt haben, indem sie eine Verurteilung durch die UNO per Veto verhinderten, gehen syrische Soldaten ungehemmt gegen Oppositionelle vor.
Panzer und Artillerie schießen auf wehrlose Zivilisten. Allein in der Protesthochburg Homs gibt es nach Angaben von Aufständischen bis zu 50 Tote.
Dabei verfolgt Schlächter Baschar al-Assad offenbar handfeste persönliche Interessen. Schätzungen zufolge soll sein Clan, seit 40 Jahren an der Macht, bis zu 122 Milliarden Dollar zusammengerafft haben. Das schreibt die kanadische Wirtschaftszeitung „Canadian Business“ in ihrer Online-Ausgabe.
Andere Schätzungen gehen von 40 Milliarden aus – das wäre immer noch ein Vielfaches der jährlichen syrischen Steuereinnahmen von 11,4 Milliarden Dollar.
Ohne den Assad-Clan läuft in Syrien kaum ein Geschäft. Über ein nur schwer durchschaubares Netz von Firmenbeteiligungen, über die Vergabe von Lizenzen und das Abkassieren satter Provisionen fließt das Geld in die Kasse. Laut „Spiegel“ besteht der Verdacht, dass der Diktator selbst in groß angelegte Geldwäschegeschäfte verstrickt war.
Als Geldverwalter für den Assad-Clan fungiert danach Baschars Cousin Rami Makhluf (42), der laut USA und EU „die öffentliche Korruption fördert und von ihr profitiert“ und bis zu 60 Prozent der syrischen Wirtschaft kontrolliert. Deshalb richtet sich der Zorn der Demonstranten außer gegen Assad vor allem auch gegen Makhluf.
Die USA beschlossen gestern, ihre diplomatische Vertretung in Syrien zu schließen und ihren Botschafter Robert Ford abzuziehen. Auch Großbritannien rief seinen Botschafter zu Konsultationen zurück.