Nachfolger für Wulff

Präsidenten-Suche: Macht’s Bischof Huber?

Neu im Gespräch: Altbischof Wolfgang Huber.
Neu im Gespräch: Altbischof Wolfgang Huber.
Foto: dpa

Wer wird neuer Bundespräsident? Heißer Favorit war Samstag kurzfristig der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Auf ihn hatte sich die Bundesregierung offenbar geeinigt. Doch Voßkuhle sagte nach kurzer Bedenkzeit ab.

Kurz darauf hagelte es die nächste Absage: Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wurde „gefragt“, auch er signalisierte, dass er kein Interesse habe, wie CSU-Chef Seehofer bestätigte. Neu im Gespräch ist der frühere Ratspräsident der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber (69). Will der Alt-Bischof (verheiratet, drei Kinder) Präsident werden? Huber befindet sich derzeit zu einem Forschungsaufenthalt in Südafrika, ist erst am 7. März zurück in Deutschland. Huber war bereits bei der letzten Präsidentenwahl 2010 als möglicher Anwärter im Gespräch. Damals hieß es, er habe verlangt, ein überparteilicher Kandidat zu sein. Einen solchen hatte Merkel am Freitag vorgeschlagen.

Unterdessen ist aber der Parteienstreit über die Nachfolge von Christian Wulff voll entbrannt. Für Sonntagabend wurde ein Spitzentreffen der Regierungskoalition mit SPD und Grünen angesetzt, um „so zügig wie nur möglich“ eine Entscheidung zu treffen. Doch im Vorfeld stellten beide Seiten neue Bedingungen: Unions-Fraktionschef Volker Kauder lehnte „einen Kandidaten von Gnaden der SPD“ ab.

Kanzlerin Merkel wollte dagegen noch am Vortag einen gemeinsamen Kandidaten mit SPD und Grünen abstimmen. Die SPD lehnte ihrerseits ein Mitglied der schwarz-gelben Bundesregierung oder andere „aktive Parteipolitiker“ als Kandidaten ab. Damit dürften die hoch gehandelten Minister Thomas de Maizière, Ursula von der Leyen oder Wolfgang Schäuble bereits aus dem Rennen sein. De Maizière sagte ohnehin bereits ab.

Parteichef Gabriel warb für den früheren Kandidaten Joachim Gauck (72). Es sei aber kein Geheimnis, dass der CDU-Umweltexperte Töpfer in der „SPD hohe Sympathie genießt“. Für Gauck sprachen sich mit Wolfgang Kubicki (Kiel) und dem Bundestagsabgeordneten Patrick Kurth auch zwei FDP-Politiker aus. Ginge es nach Volkes Stimme, hieße der nächste Bundespräsident Gauck. In einer Forsa-Umfrage für den TV-Sender RTL hielten 46 Prozent den Theologen Gauck für geeignet.

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Datum:  18.2.2012
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