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MS „Deutschland“: Geht man mit „Traumschiff“-Investitionen baden?

Das legendäre ZDF-„Traumschiff“: Die „MS Deutschland“ schippert harten Zeiten entgegen.
Das legendäre ZDF-„Traumschiff“: Die „MS Deutschland“ schippert harten Zeiten entgegen.
 Foto: dpa

Es sind Impressionen, die Millionen Fernsehzuschauer kennen: Ein schnittiger Kreuzfahrer, Romantik pur und Palmenstrand: Das ist das „Traumschiff“, die MS „Deutschland“.

Ab Mittwoch verkauft die Reederei Deilmann 60.000 Anleihen der MS „Deutschland“ – Stückpreis 1.000 Euro. Viele Fans und Liebhaber hätten sicher gern ein Stück vom Schiff, das Millionen TV-Zuschauer so lieben...

„Nichts für konservative Sparer“

Doch abseits der Mattscheibe geriet die „Deutschland“ in unruhige Fahrwasser. Erst sollte sie aus Kostengründen nach Malta ausgeflaggt werden. Verärgerte Kreuzfahrer stornierten Buchungen, auch weil Deilmann den „echten“ Traumschiff-Kapitän Andreas Jungblut (59) von Bord warf. Der Seebär soll Interna ausgeplaudert haben, kämpft am Freitag vor Gericht um seine Uniform.

Das Schiff schreibt tiefrote Zahlen. Deshalb sollen jetzt die Anleihen helfen – Laufzeit fünf Jahre. Mögliche Dividende: 6,875 Prozent – also stolze 68,75 Euro pro Anleihe. Doch Vorsicht ist geboten, warnt die „Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger“ mögliche Investoren. „Die Anleihe ist nichts für konservative Sparer, damit spart man nicht für die Rente“, warnt deren Sprecher Michael Kunert.

Anleihe ist kein Sparbuch

„Mit den 60 Millionen Euro, die die Reederei einnehmen will, sollen laufende Kredite abgelöst werden. Doch es gibt weder Gewinnprognosen noch ein tragfähiges Zukunftskonzept.“ Wenn nach Ablauf der fünf Jahre kein frisches Geld komme, drohe die Insolvenz. Kunert: „Dann wird zwangsversteigert – und die Anteile sind nur noch die Hälfte wert.“

Sprecherin: "Risiko ist abgesichert"

Kornelia Kneissl als Sprecherin der MS „Deutschland“-Beteiligungsgesellschaft sagt dazu: „Es ist klar, dass eine Anleihe kein Sparbuch ist. Unser Angebot richtet sich in erster Linie an Menschen, die mit Wertpapieren Erfahrung haben. Das Risiko ist durch Schiffshypotheken abgesichert. Außerdem haben wir steigende Buchungszahlen und blicken deshalb optimistisch in die Zukunft.“

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