Dicke Wackersteine und ein künstliches Bachbett – mit dieser 100000 Euro teuren Baumaßnahme wollte Mitte-Bezirkschef Markus Schreiber (SPD) Obdachlose vertreiben, die unter der Brücke am Bismarck-Denkmal schliefen. Pustekuchen!
Die skurrile Maßnahme war vollkommen nutzlos. Nun will Schreiber noch mehr Steine aufschütten.
Punks auf der einen Seite, obdachlose Polen auf der anderen Seite. So war es seit Jahren unter der Kersten-Miles-Brücke „geregelt“. Doch die nicht ganz salontauglichen Gesellen waren Markus Schreiber ein Dorn im Auge: „Zigtausende Menschen, darunter viele Touristen, mussten jahrelang einen Unort passieren, wo sie sich kaum lang trauten.“
Selbst der „bewaffnete Bezirkliche Ordnungsdienst“ (BOD) habe Angst vor den Obdachlosen. Schwere Straftaten seien passiert. Passanten seien gefährdet. Dem widerspricht Polizeisprecher Mirko Streiber. Er sagt, wenn, habe es nur Delikte unter den Obdachlosen gegeben. Allerdings sei das „Sicherheitsgefühl“ von Anwohnern und Touristen beeinträchtig gewesen.
Gelagert hatten die Obdachlosen auf den Dächern von Bunkern unter der Brücke. Die Weltkriegs-Schutzräume ließ Schreiber aufwendig abbrechen. Dann schafften Arbeiter Felssteine heran, die auf der neu geschaffenen unebenen Fläche ausgelegt wurden. Außerdem entstand auf behördliche Weisung eine Art Bachlauf, der bei starkem Regen Wasser führt. Doch die Obdachlosen ließen sich nicht abschrecken, lagern nun zwischen den Steinen. Bei Regen sitzen sie am Rand des „Bachs“, trinken Bier und werfen Stöckchen ins Wasser.
Von der MOPO darauf angesprochen sagt Schreiber: „Dann müssen wir eben noch mehr Steine aufstellen.“ Er bleibe bei seinem Kurs gegen die Obdachlosen und habe dafür viel Rückhalt von Anwohnern erhalten.
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