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Konklave: 1. Wahlgang abgeschlossen: Schwarzer Rauch! Noch kein neuer Papst

In der Dunkelheit ist der schwarze Rauch kaum zu erkennen.
In der Dunkelheit ist der schwarze Rauch kaum zu erkennen.
Foto: dpa

Der erste Wahlgang für einen neuen Papst ist erfolglos geblieben.

Aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle stieg am Dienstagabend schwarzer Rauch auf - das Zeichen, dass sich die 115 versammelten Kardinäle noch nicht auf einen Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. geeinigt haben.

So lief die Papst-Wahl am Dienstag – die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

Die Tür ist verriegelt.
Die Tür ist verriegelt.
Foto: Screenshot N-TV

19:44 Uhr: Am Dienstagabend gibt es keinen weiteren Wahlgang mehr – die Wahl wird am Mittwochmorgen um 9.30 Uhr fortgesetzt. Je zwei Wahlgänge sind am Vormittag und am Nachmittag vorgesehen. Notwendig ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

19:41 Uhr: Schwarzer Rauch steigt aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle.

Damit steht fest: Es gibt noch keinen neuen Papst!

17:34 Uhr: Die Tür zur Sixtinischen Kapelle ist verschlossen. Das Konklave beginnt.

Was Sie über das Konklave wissen müssen - hier nachlesen!

Kardinal Lehmann spricht den Eid.
Kardinal Lehmann spricht den Eid.
Foto: Screenshot N-TV

17:31 Uhr: Zwei magische Worte: "Extra omnes!" ("Alle raus!") wurden gesprochen.

Die Formel lautet: „Et ego N. Cardinalis .... spondeo, voveo ac iuro. Sic me Deus adiuvet et haec Sancta Dei Evangelia, quae manu mea tango.“ (Und ich, N. Kardinal ..., verspreche, verpflichte mich und schwöre es, so wahr mir Gott helfe und diese heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand berühre.)

Mit dem Eid verpflichten sich die Kardinäle zur Geheimhaltung.
Mit dem Eid verpflichten sich die Kardinäle zur Geheimhaltung.
Foto: Screenshot N-TV

17:25 Uhr: Noch immer sprechen Kardinäle den Eid. Konklave-Leiter Kardinal Giovanni Battista Re hatte als erster die Eidesformel gesprochen, wonach alle Teilnehmer die Wahlordnung beachten, die Geheimhaltung wahren und dem gewählten neuen Papst Gehorsam leisten werden.

Rund 1,2 Milliarden Gläubige warten auf ein neues Kirchenoberhaupt

16:56 Uhr: Die Gerüchteküche brodelt seit Tagen. Unter den Gehandelten ist auch der deutschstämmige Kardinal Scherer. Der Vatikan rechnet mit einem "kurzen Konklave". Haben wir schon am Abend einen neuen Papst? Wir halten Sie auf dem Laufenden

16:53 Uhr: Die Kardinäle sprechen ein Gebet - danach werden die Kardinäle einzeln vortreten und mit ihrem Namen den Heiligen Eid zur Geheimhaltung ablegen

Die Kardinäle befinden sich in der Sixtinischen Kapelle. In wenigen Augenblicken schließt sich die Tür hinter ihnen.
Die Kardinäle befinden sich in der Sixtinischen Kapelle. In wenigen Augenblicken schließt sich die Tür hinter ihnen.
Foto: Screenshot N-TV

Einzug in Sixtinische Kapelle

16.37 Uhr: Die Kardinäle haben die Sixtinische Kapelle erreicht. Sie gehen nun zu den ihnen zugewiesenen Plätzen.

16:30 Uhr: Von der Capella Paolina begeben sich die Würdenträger jetzt in kurzer Prozession durch die Sala Reggia an die Papstwahlstätte. Unter Leitung von Kardinal Giovanni Battista Re, dem ältesten der Kardinalbischöfe, legen die Papstwähler den Eid ab.

Sie schwören, denjenigen zu wählen, den sie für den am meisten geeigneten halten. Dann hören sie noch eine geistliche Ansprache des maltesischen Kardinals Prosper Grech (87). Auch er kann altersbedingt nicht im Konklave bleiben. Nach seinem Vortrag sind die Papstwähler unter sich. Die Wahl des neuen Papstes, des Nachfolgers von Benedikt XVI. soll unter der vorgeschriebenen Abgeschiedenheit erfolgen.

16:20 Uhr: Die heiße Phase beginnt: die 115 wahlberechtigten Purpurträger werden in wenigen Minuten in einer feierlichen Prozession in die Sixtinische Kapelle einziehen. Dort werden sie mit der Wahl eines Nachfolgers für Benedikt XVI. beginnen.

Auch sechs Deutsche werden mit abstimmen. Am heutigen Dienstag wird es dabei höchstens einen Wahlgang geben. Der Vatikan rechnet nicht damit, dass aus diesem ersten Urnengang, der als Testwahl gilt, bereits ein neuer Kirchenführer hervorgeht. Am Mittwoch sind bis zu vier Wahlgänge geplant. Der neue Papst muss mit Zweidrittel-Mehrheit - also mindestens 77 Stimmen - gewählt werden.

Die 115 Papstwähler waren am Dienstagmorgen in das Gästehaus Santa Marta auf dem Vatikangelände eingezogen. Dort bleiben sie, bis ein neuer Papst gewählt ist. Auch der neue Papst wird zunächst dort wohnen.

So läuft das Konklave ab

Die Vorstufe
Der Wahlgang
Der Wahlabschluss

Die päpstlichen Zeremoniäre verteilen je zwei oder drei Stimmzettel an jeden Kardinal.

Unter den Papstwählern werden ausgelost: Drei Wahlhelfer, drei Infirmarii (Beauftragte) - sie sammeln die Stimmen von kranken Kardinälen ein, die in dem nahe der Sixtinischen Kapelle gelegenen Gästehaus Domus Santa Marta geblieben sind - und drei Wahlprüfer.

Der ausgegebene Stimmzettel muss rechteckig sein und sollte in der oberen Hälfte die gedruckten Worte „Eligo in Summum Pontificem“ (Ich wähle den höchsten Pontifex) enthalten.

Jeder Wähler schreibt in möglichst verstellter Schrift seinen Kandidaten auf den Zettel. Während des Wahlganges selbst dürfen nur die wahlberechtigten Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle sein.

Jeder Wähler bringt seinen ausgefüllten Stimmzettel - gemäß der Rangfolge der Kardinäle - mit erhobener Hand zum Altar, spricht die Eidesformel (jenen gewählt zu haben, der nach Gottes Willen gewählt werden sollte) und gibt den Wahlzettel in die auf dem Altar stehende Urne.

Für kranke Kardinäle, die in der Sixtinischen Kapelle sitzen und nicht zum Altar gehen können, geben die Wahlhelfer die Stimmzettel in die Urne. Die Voten von Kranken aus dem Domus Santa Marta bringen die Infirmarii dabei nach strengem Reglement in einer gesonderten Urne.

Die Wahlzettel in der Urne werden gemischt und gezählt. Wenn die Zahl der Stimmzettel nicht mit der Zahl der Wähler übereinstimmt, beginnt sofort ein neuer Wahlgang; stimmt die Zahl, erfolgt die öffentliche Auszählung.

Zuletzt werden die Stimmzettel gelocht und mit einer Schnur verknotet.

Das Stimmergebnis wird bekanntgegeben, die Wahlprüfer kontrollieren die Arbeit der Wahlhelfer, sofort nach der Prüfung werden die Wahlzettel - sofern es keine Entscheidung gab - unter Beifügung von Chemikalien verbrannt.

Der schwarze Rauch signalisiert der Außenwelt, dass es noch keinen neuen Papst gibt.

Ist ein Papst gewählt, wird beim Verbrennen weißer Rauch erzeugt - und die Öffentlichkeit draußen kann erkennen, dass eine Entscheidung gefallen ist.

Warum die Mutter des Wiener Kardinals Christoph Schönborn Angst vor der Papst-Wahl hat und wie Benedikt XVI. die Zeit des Konklaves verbringt, in welche Gruppen sich die Kardinäle aufteilen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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