Ein Appell, der die Herzen rührt. Der die eiskalten Politiker in der Ukraine aufschreckt, weil er die EU aufrüttelt.
Jewgenija Timoschenko (32), die Tochter der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko, hat sich via „FAS“ an die deutsche Regierung gewandt. „Retten Sie das Leben meiner Mutter, bevor es zu spät ist! Das Schicksal meiner Mutter und meines Landes sind jetzt eins. Wenn sie stirbt, stirbt auch die Demokratie!“
Julia Timoschenko (51) befindet sich seit gut einer Woche im Hungerstreik. Nach Aussagen ihrer Tochter ist sie „sehr schwach“. „Sie trinkt nur Wasser. Ihre Rückenschmerzen sind schlimmer geworden, seitdem sie gegen ihren Willen mit Gewalt ins Krankenhaus gebracht wurde.“
Sie sei außerdem vom Direktor der Strafkolonie in Charkow mit einem Faustschlag niedergestreckt worden.
Deutschland sei das Schlüsselland, um in Europa Druck auf die Ukraine auszuüben. Jewgenija Timoschenko appellierte an andere europäische Spitzenpolitiker, es dem deutschen Präsidenten Gauck gleichzutun: Kein europäischer Staatsmann mit Selbstrespekt könne sich neben den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch stellen.
„Er sollte boykottiert werden.“ Bisher fehlt die Solidarität in der EU. Selbst Russlands Präsident Dmitri Medwedew schaltete sich ein: „Timoschenkos Inhaftierung ist absolut inakzeptabel.“
Und Deutschland? Laut „Spiegel“ denkt Angela Merkel über einen politischen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine nach. Sollte die inhaftierte Timoschenko bis dahin nicht frei sein, will die Kanzlerin ihren Ministern empfehlen, den Spielen fernzubleiben.
Und Bayern-Präsident Uli Hoeneß ermunterte die deutschen Nationalspieler, Solidarität für die Regimegegner zu äußern: „Sie würden damit Größe zeigen. Ich hätte Respekt vor jedem Spieler, der öffentlich Stellung bezieht.“
Und auch die Verantwortlichen des DFB forderte Hoeneß zu einer deutlichen Haltung auf: „Sie sollten bei jeder geeigneten Gelegenheit öffentlich darauf hinweisen, dass die Haftbedingungen von Frau Timoschenko nicht akzeptabel sind.“