Die Bagger kommen – und machen Schluss mit den Bausünden. Für 320 Millionen Euro will die Stadt den Uni-Campus an der Bundesstraße in Rotherbaum ab 2013 neu errichten. Doch die Pläne stiften auch Verwirrung: Denn ausgerechnet SAGA/GWG soll das Projekt betreuen.
„Das hat einen faden Beigeschmack“, sagt der Linken-Stadtentwicklungsexperte Joachim Bischoff. Der städtische Konzern habe eine andere Aufgabe: günstige Wohnungen zu schaffen. Und sei schon damit in den letzten Jahren überfordert gewesen. 2010 wurde keine einzige Wohnung fertiggestellt, klagt Bischoff. „Und jetzt wird mal eben ein 320-Millionen-Kredit für ein Projekt aufgenommen, das neben dem eigentlichen Auftrag von SAGA/GWG liegt.“
Ist der Konzern wirklich der richtige Bauherr? „Die SAGA ist fachlich in der Lage, dieses Projekt umzusetzen“, versichert Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD). Schon beim Schulbau und dem Kreuzfahrtterminal in Altona war das Unternehmen federführend.
Offenbar fiel die Wahl aber vor allem deshalb auf die SAGA, weil die anderen städtischen Baugesellschaften stark ausgelastet sind. Der Konzern habe genug Kapazitäten, sagt auch der SPD-Stadtentwicklungsexperte Andy Grote. „Wichtig ist, dass das Projekt nicht alles in den Schatten stellt. Der Wohnungsbau muss klar Vorrang haben.“ (hei)
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