Schon wieder macht der neue Senat Eltern glücklich: Alle Grundschüler bekommen eine kostenlose Betreuung bis 16 Uhr. Die Kinder bleiben in der Schule, werden aber von Erziehern der bisherigen Kita-Horte betreut. Der Senat investiert 112 Millionen Euro – 30 Millionen mehr, als unter Schwarz-Grün eingeplant war. Spätestens im Sommer 2013 gibt’s das Angebot an allen Schulen.
Im Laufe der nächsten drei Jahre können alle Kinder der 195 Grundschulen nach dem Unterricht von 13 bis 16 Uhr kostenlos betreut werden. Bezahlt werden muss nur das Mittagessen. Eltern, die auch morgens (6 bis 8 Uhr) und nachmittags (16 bis 18 Uhr) noch eine Betreuung für ihr Kind brauchen, können diese Zeiten dazukaufen. Der Senat verspricht, dass niemand für die Schulbetreuung mehr bezahlen muss, als er jetzt für den Hort ausgibt.
Wahrscheinlich werden es 40000 Kinder oder mehr sein (bisher 20000). Damit ist jedes zweite Grundschulkind nachmittags in der Schulbetreuung. Grundschulen können sich aber auch weiterhin entscheiden, Ganztagsschule zu werden.
Eltern können sich beim neuen Angebot frei entscheiden, ob sie ihr Kind überhaupt in diese Betreuung geben wollen. Ab 13 Uhr gibt es dort keinen Unterricht mehr, das Kind verpasst also nichts, wenn es nach Hause geht. Soll der Nachwuchs nachmittags dort betreut werden, müssen Eltern das Kind verbindlich für mindestens drei Tage in der Woche anmelden.
Auch in den Ferien werden die Kinder durchgängig im gleichen Zeitrahmen an den Schulen betreut. Achtung: Die Ferienbetreuung ist nicht kostenlos!
Das Besondere an dieser Betreuung ist die Zusammenarbeit von Schule, Kitas und Jugendeinrichtungen. Die Schule sucht sich einen Kooperationspartner (oft ist es ein naher Hort) und der organisiert alles, was ab 13 Uhr unter dem Dach der Schule passiert. Damit kommen noch mehr Erzieher und Sozialpädagogen an die Schulen. Außerdem gibt es zusätzliches Geld, um Sporttrainer, Musiker und andere Fachleute für Kurse einzustellen.
Größtenteils in Klassenräumen. Es sollen möglichst wenig Räume neu gebaut werden. Ausnahme sind die dringend nötigen Kantinen. Damit es reibungslos klappt, bekommen die Schulen Geld für Möbel, etwa Tische auf Rollen, Container zum Aufbewahren von Material etc. Genutzt werden sollen auch die Aulen und Sporthallen.
Bisher kommt im Hort auf 17 Kinder ein Erzieher. An den Grundschulen sind die Gruppen etwas größer: 19 Kinder in sozial schwachen Gebieten, 23 Kinder im Regelfall. Mittagessen gibt es in mehreren Etappen, damit die Kinder in kleineren Gruppen essen können und keine Hektik aufkommt.
An den Horten wurden bisher Kinder im Alter bis 14 Jahre betreut. Sie sollen auch weiterhin ein Angebot in Stadtteilschulen und Gymnasien bekommen.
Das entscheidet die einzelne Schule in Abstimmung mit ihrem Kooperationspartner. Eltern können ihr Kind auch bis Sommer 2013 am Hort lassen, wenn sie möchten.
Schon jetzt haben Kita-Träger ihre Horte geschlossen, weil es ein Auslauf-Modell ist. Damit nicht massiv Hortplätze wegfallen, bevor die Angebote an den Schulen aufgebaut sind, haben die Behörden einen Anreiz geschaffen.
Sie sollen in den dann leeren Räumen ihre Krippenplätze ausbauen. Dafür bekommen sie finanzielle Unterstützung seitens der Stadt. Wer aber Hortplätze abbaut, ohne dass vor Ort die Grundschulbetreuung ausgebaut wird, der bekommt das Geld nicht. So soll verhindert werden, dass es zeitweise zu Versorgungslücken in der Betreuung kommt.
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