Immer mehr Mitglieder der privaten Krankenkassen zahlen einfach keine Beiträge – haben im Krankheitsfall aber dennoch Anspruch auf Leistungen!
Ende September gab es unter den 8,9 Millionen Privatversicherten etwa 144.000 Nicht-Zahler. Das hat den „Privaten“ ein Defizit von 554 Millionen Euro eingebracht. Das Problem: Seit der Einführung der Versicherungspflicht 2009 darf säumigen Kunden nicht mehr einfach gekündigt werden! Und so belasten die Verluste indirekt die anderen Versicherten – vor allem über höhere Beiträge.
In den gesetzlichen Krankenkassen scheint es deutlich weniger Zahlungs-Verweigerer zu geben: So hat z.B. die „Barmer“ mit fast 8,6 Millionen Versicherten lediglich 35.000 Mahnverfahren wegen nicht gezahlter Beiträge laufen.
Warum also gibt es so viele Nicht-Zahler bei den „Privaten“? 2009 wechselten viele Unversicherte zu den exklusiveren Krankenkassen, die zum Teil mit extrem billigen Einstiegstarifen lockten.
Um die „Privaten“ nicht weiter in Schieflage zu bringen, plant die Bundesregierung die Einführung eines „Nichtzahler-Tarifs“: Er soll 100 Euro im Monat kosten und nur akute Erkrankungen abdecken.