Der Börsengang von Facebook nimmt langsam Fahrt auf. Foto: dpa
Der Börsengang von Facebook nimmt langsam Fahrt auf. Foto: dpa
Das lang erwartete Status-Update ist erfolgt: Facebook macht Ernst mit dem Börsengang.
Entsprechende Papiere wurden am Mittwochabend nach Handelsschluss an der Wall Street bei der US-Aufsichtsbehörde SEC eingereicht.
Gründer Mark Zuckerberg könnte damit auf einen Schlag zu einem der reichsten Menschen der Erde werden. Er besitzt gut 28 Prozent der Facebook-Aktien. Bei einem möglichen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar würde ihn das zum 28-fachen Milliardär machen, schreibt Spiegel Online.
Weiter hieß es, Zuckerbergs Stimmrechtsanteil betrage derzeit 56,9 Prozent, da seine Aktien zehn Stimmen enthalten.
Sollte das soziale Online-Netzwerk auf Anhieb auch unter Aktienhändlern genügend „Freunde“ finden, steht der endgültige Schritt aufs Börsenparkett wohl in drei bis vier Monaten bevor.
Bei der Emission der Aktien wolle Facebook fünf Milliarden Dollar (3,94 Milliarden Euro) erlösen, hieß es in den der Börsenaufsicht vorgelegten Unterlagen. In den kommenden Monaten wird die Finanzabteilung des Unternehmens die Nachfrage der Investoren abschätzen.
Facebooks Aufstieg vom Studiheim zum Milliarden-Konzern
In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg.
Februar 2004
Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen.
März 2004
Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet.
September 2004
Das spätere Grundelement von Facebook - die Pinnwand - kommt dazu.
Dezember 2004
Facebook hat rund eine Million Nutzer.
Mai 2005
Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet.
Dezember 2005
Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer.
September 2006
Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle.
Dezember 2006
Facebook hat mehr als 12 Millionen Nutzer.
Oktober 2007
Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent – die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar.
November 2007
Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst `Beacon", der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen mit einem S Selbstbedienungssystem Werbung ins Netzwerk.
Februar 2008
Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr.
März 2008
Die deutsche Facebook-Version startet.
August 2008
Facebook hat 100 Millionen Nutzer.
Dezember 2008
Facebook Connect verknüpft den Dienst mit vielen Webseiten im Netz.
Februar 2009
Facebook führt den „Gefällt mir“-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag 2,7 Milliarden „Likes“ und Kommentare.
April 2009
Facebook hat mehr als 200 Millionen Nutzer.
Mai 2009
Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook - bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar.
Dezember 2009
Facebook hat mehr als 350 Millionen Nutzer.
Juli 2010
Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer.
Januar 2011
Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook.
Juli 2011
Facebook hat mehr als 750 Millionen Nutzer.
September 2011
Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den „Gefällt-mir“-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen - trifft jedoch auf wenig Resonanz.
Die endgültige Summe dürfte in diesem Zeitraum noch weiter ansteigen. Acht Jahre nach der Gründung an der Universität von Harvard wird das Online-Netzwerk damit voraussichtlich zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehören.
Facebook verbindet heute gut 800 Millionen Nutzer, von denen nur ein Viertel im Heimatmarkt sitzen.
„Bei sozialen Netzwerken ist Facebook der Platzhirsch schlechthin. Es ist die Firma, an der sich alle messen“, sagte kurz vor der offiziellen Bekanntgabe des Börsengangs der Analyst Michael Gartenberg von der Beratungsfirma Gartner.
Auch wenn das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Silicon Valley inzwischen auf die Marke von einer Milliarde Nutzer zusteuere, sehe er für den Konzern noch immer „riesige Wachstumsmöglichkeiten“. Facebook arbeite zudem daran, sich neben der Werbung neue Erlösquellen zu erschließen, etwa im Mobilgeschäft und mit Online-Spielen, Musik und Filmen.
Das neue Facebook ermöglicht es, den eigenen Auftritt mit einem größeren Foto zu versehen. Dieses sollte die Maße 850 mal 315 Pixel haben. Dieses Titelbild dient als Visitenkarte des Facebook-Auftritts.
Foto: Screenshot
Wie können störende Beiträge aus der Chronik entfernt werden?
Zu jeder Statusmeldung in der Chronik gibt es rechts oben zwei Schaltflächen. Mit einem Klick auf das Sternchen wird der Beitrag besonders hervorgehoben, ein Foto etwa wird dann größer dargestellt. Mit einem Klick auf den Bearbeitungsstift kann man das Datum ändern, einen Ort hinzufügen, den Beitrag aus der Chronik entfernen oder auch löschen.
Foto: Screenshot
Wer kann meinen digitalen Lebenslauf sehen?
Facebook betont, dass sich an der Sichtbarkeit einzelner Elemente nichts verändert. Bei neuen Beiträgen kann man angeben, ob sie öffentlich, nur den eigenen Freunden, nur bestimmten Personen oder nur für das Mitglied selbst sichtbar sein sollen.
Foto: Screenshot
Wie kann ich öffentliche Beiträge der Vergangenheit entfernen?
In den Privatsphäre-Einstellungen (aufzurufen über den kleinen Pfeil oben rechts) gibt es einen Punkt mit der Bezeichnung „Beschränke das Publikum für ältere Beiträge“. Diese werden dann nur noch für die eigenen Freunde zu sehen sein, nicht mehr öffentlich oder für die Freunde von Freunden.
Foto: Screenshot
Wie kann ich meine Chronik überprüfen?
Wer Pannen vermeiden will, sollte seine Chronik überprüfen, bevor sie für andere sichtbar wird. Dafür gibt es den Button „Anzeigen aus der Sicht von...“ - so sehen Nutzer zum Beispiel, welche Fotos ihre Eltern oder ihre Kollegen sehen können.
Foto: Screenshot
Wie kann ich Kommentare zu anderen Beiträgen löschen?
Um nur die Kommentare zu Statusmitteilungen von Freunden anzuzeigen, muss man im Aktivitäten-Protokoll den entsprechenden Filter einstellen. Die Kommentare werden nun in einer Zeitleiste aufgelistet. Einzelne Kommentare kann man löschen, indem man auf das Kreissymbol am rechten Rand klickt.
Unter der Adresse www.facebook.com/timeline kann man mit einem Klick auf die entsprechende Schaltfläche den persönlichen Facebook-Auftritt auf die neue Technik umstellen. Während einer siebentägigen Übergangsphase kann man danach nur selbst die Neuerungen sehen - es sei denn, man klickt auf „Jetzt veröffentlichen“. Dann ist das neue Design auch für die Freunde sichtbar. Wenn man nichts tut, bleibt alles beim Alten, und man kann Facebook in der bisherigen Form weiternutzen.
Nicht nur der 27-jährige Zuckerberg dürfte mit dem Börsengang über Nacht steinreich werden. Auch viele Mitarbeiter werden wohl durch Aktien-Optionen finanziell erheblich profitieren. Erste Kritiker fürchten, damit könnte sich Facebook von einem sehr agilen Start-up zu einem schwerfälligen Konzern wandeln.
Gartenberg glaubt jedoch nicht daran: „Die Wendigkeit, die sie jetzt unter Beweis stellen, werden sie auch weiterhin an den Tag legen.“
Beobachter erwarten, dass Facebook mit einem Gang an die Börse fünf bis zehn Milliarden US-Dollar einsammeln könnte. Zum Vergleich: Als Google 2004 den Weg an die Börse schritt, nahm der Konzern dabei 1,7 Milliarden US-Dollar ein.
Hoffnung auf mehr Datenschutz
Von einem Börsengang könnten auch Nutzer und Datenschützer profitieren. Nach Angaben des Vermögensverwalters Maik Haufe von der Quirin Bank ist das Unternehmen „in der Vergangenheit natürlich bei weitem nicht so transparent gewesen, wie es in der Zukunft sein wird“.
Auf Armlänge (1/3) Ich fotografiere mich selbst. Jederzeit und an jedem Ort. Mit einer Hand. Oder mit beiden. Die einzige Grenze ist die Länge des Arms.
In diesem Fall einhändig.
Foto: Social Network Photography
Auf Armlänge (2/3)
Oder auch zweihändig.
Foto: Social Network Photography
Auf Armlänge (3/3)
Ganz kreativ geht das mit dem Arm in der Sonnenbrille.
Foto: Social Network Photography
Ich im Spiegel (1/3) Die einfachste Form, sich selbst zu fotografieren. Meist im heimischen Bad oder auf öffentlichen Toiletten. Braucht etwas Übung. Könner schaffen es, das Handy nicht vor das Gesicht zu halten.
Hier ist das Gesicht verdeckt.
Foto: Social Network Photography
Ich im Spiegel (2/3)
Der User braucht noch den Kamera-Check.
Foto: Social Network Photography
Ich im Spiegel (3/3)
Und hier sieht man den wahren Profi.
Foto: Social Network Photography
Location (1/3) Überall auf der Welt haben Menschen ihre Handykamera immer dabei und gewähren mit zahlreichen Fotos Einblick in ihr persönliches Umfeld.
Zum Beispiel die direkte Umgebung.
Foto: Social Network Photography
Location (2/3)
Oder ins eigene Zimmer.
Foto: Social Network Photography
Location (3/3)
Oder in den Beruf.
Foto: Social Network Photography
Botschaften (1/3) Bilder in sozialen Netzwerken bedeuten Kommunikation. Sie personalisieren Nachrichten oder beweisen die Echtheit der Person.
Das muss Liebe sein...
Foto: Social Network Photography
Botschaften (2/3)
Hier geht es um Authentizität.
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Botschaften (3/3)
Dieser User steht dagegen auf Handzeichen.
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Stylez (1/2)
Selbstinszenierung im Selbstporträt. Mein Stil. Meine Pose.
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Stylez (2/2)
Natürlich gehört auch das Tattoo zum Style.
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Kram (1/3) Alltägliche Dinge oder besondere Situationen sind es wert, mitgeteilt zu werden.
Foto: Social Network Photography
Kram (2/3)
Hungrige Menschen zeigengern ihr Essen.
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Kram (3/3)
Und auch das eigene Haustier ist ein beliebtes Motiv.
Foto: Social Network Photography
Bild-Verschönerung Wer kreativ ist macht sein Bild noch schöner. Mit Stickern, Rahmen oder Szenen.
Foto: Social Network Photography
Alle Facebook-Profilbilder gibt's im Buch: Sabine Irrgang und Laura Piantoni, „Social Network Photography“, Gofresh GmbH, 280 Seiten, 24,90 Euro.
Das Buch „Social Network Photography“ zeigt die mit dem Handy geschossenen Profilbilder der Facebook-Generation. „Auf Armlänge“, „Ich im Spiegel“ oder „Kram“ haben die Autorinnen ihre Profilbild-Typen genannt und noch Unterkategorien für sie gefunden. Wir stellen sie in der Bildergalerie vor.
Mit einer Notierung in den USA kämen auf Facebook viele Veröffentlichungs-Pflichten zu. Nicht zuletzt könne Facebook aber auch ein Ziel von Spekulanten werden. Das Unternehmen sei überdies wegen seiner gigantischen Nutzerzahl mit keinem anderen vergleichbar. Haufe sprach von einem „Hype“, wollte aber keine Parallele zur geplatzten Blase am Neuen Markt ziehen.
Unterdessen kam aus Deutschland, wo allein 20 Millionen Nutzer leben, auch neue Kritik am Geschäftsmodell der Firma. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, warnte am Dienstagabend im Fernsehsender Phoenix: „Man soll von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus im Netz präsent sein.“ So könne die „kulturelle Errungenschaft des Vergebens und Vergessens“ verschwinden.
Plötzlich gingen in Kiew Vertreter von Regierung und Opposition wütend aufeinander los, eine wilde Prügelei brach aus. Grund für die Eskalation war eine Debatte über die russische Sprache.
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In Brüssel wird über einen Umstieg von den 1- und 2-Euro-Münzen auf 1- bzw. 2-Euro-Scheine debattiert. Grund: Die Herstellung von Münzen ist sehr kostspielig
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