Facebook-Börsengang

So reich kann Mark Zuckerberg jetzt werden

Der Börsengang von Facebook nimmt langsam Fahrt auf.
Der Börsengang von Facebook nimmt langsam Fahrt auf.
Foto: dpa

Das lang erwartete Status-Update ist erfolgt: Facebook macht Ernst mit dem Börsengang.

Entsprechende Papiere wurden am Mittwochabend nach Handelsschluss an der Wall Street bei der US-Aufsichtsbehörde SEC eingereicht.

Gründer Mark Zuckerberg könnte damit auf einen Schlag zu einem der reichsten Menschen der Erde werden. Er besitzt gut 28 Prozent der Facebook-Aktien. Bei einem möglichen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar würde ihn das zum 28-fachen Milliardär machen, schreibt Spiegel Online.

Weiter hieß es, Zuckerbergs Stimmrechtsanteil betrage derzeit 56,9 Prozent, da seine Aktien zehn Stimmen enthalten.

Sollte das soziale Online-Netzwerk auf Anhieb auch unter Aktienhändlern genügend „Freunde“ finden, steht der endgültige Schritt aufs Börsenparkett wohl in drei bis vier Monaten bevor.

Bei der Emission der Aktien wolle Facebook fünf Milliarden Dollar (3,94 Milliarden Euro) erlösen, hieß es in den der Börsenaufsicht vorgelegten Unterlagen. In den kommenden Monaten wird die Finanzabteilung des Unternehmens die Nachfrage der Investoren abschätzen.

Facebooks Aufstieg vom Studiheim zum Milliarden-Konzern

In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg.

Die endgültige Summe dürfte in diesem Zeitraum noch weiter ansteigen. Acht Jahre nach der Gründung an der Universität von Harvard wird das Online-Netzwerk damit voraussichtlich zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehören.

Facebook verbindet heute gut 800 Millionen Nutzer, von denen nur ein Viertel im Heimatmarkt sitzen.

„Bei sozialen Netzwerken ist Facebook der Platzhirsch schlechthin. Es ist die Firma, an der sich alle messen“, sagte kurz vor der offiziellen Bekanntgabe des Börsengangs der Analyst Michael Gartenberg von der Beratungsfirma Gartner.

Auch wenn das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Silicon Valley inzwischen auf die Marke von einer Milliarde Nutzer zusteuere, sehe er für den Konzern noch immer „riesige Wachstumsmöglichkeiten“. Facebook arbeite zudem daran, sich neben der Werbung neue Erlösquellen zu erschließen, etwa im Mobilgeschäft und mit Online-Spielen, Musik und Filmen.

Das müssen Sie zur neuen Facebook-Chronik wissen

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Mitarbeiter profitieren durch Aktion-Optionen

Nicht nur der 27-jährige Zuckerberg dürfte mit dem Börsengang über Nacht steinreich werden. Auch viele Mitarbeiter werden wohl durch Aktien-Optionen finanziell erheblich profitieren. Erste Kritiker fürchten, damit könnte sich Facebook von einem sehr agilen Start-up zu einem schwerfälligen Konzern wandeln.

Gartenberg glaubt jedoch nicht daran: „Die Wendigkeit, die sie jetzt unter Beweis stellen, werden sie auch weiterhin an den Tag legen.“

Beobachter erwarten, dass Facebook mit einem Gang an die Börse fünf bis zehn Milliarden US-Dollar einsammeln könnte. Zum Vergleich: Als Google 2004 den Weg an die Börse schritt, nahm der Konzern dabei 1,7 Milliarden US-Dollar ein.

Hoffnung auf mehr Datenschutz

Von einem Börsengang könnten auch Nutzer und Datenschützer profitieren. Nach Angaben des Vermögensverwalters Maik Haufe von der Quirin Bank ist das Unternehmen „in der Vergangenheit natürlich bei weitem nicht so transparent gewesen, wie es in der Zukunft sein wird“.

Profilbild-Typen der Generation Facebook

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Mit einer Notierung in den USA kämen auf Facebook viele Veröffentlichungs-Pflichten zu. Nicht zuletzt könne Facebook aber auch ein Ziel von Spekulanten werden. Das Unternehmen sei überdies wegen seiner gigantischen Nutzerzahl mit keinem anderen vergleichbar. Haufe sprach von einem „Hype“, wollte aber keine Parallele zur geplatzten Blase am Neuen Markt ziehen.

Unterdessen kam aus Deutschland, wo allein 20 Millionen Nutzer leben, auch neue Kritik am Geschäftsmodell der Firma. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, warnte am Dienstagabend im Fernsehsender Phoenix: „Man soll von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus im Netz präsent sein.“ So könne die „kulturelle Errungenschaft des Vergebens und Vergessens“ verschwinden.

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Datum:  2.2.2012
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