Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 

Ex-Ministerpräsidentin: Asyl in Deutschland für Timoschenko?

Julia Timoschenko (51)
Julia Timoschenko (51)
Foto: dpa

Entspannung im Vorfeld der Fußball-EM: Julia Timoschenko, die Frau mit dem geflochtenen Zopfkranz, kann wohl demnächst nach Deutschland ausreisen. Mit dieser Geste hofft die Ukraine vor der Europameisterschaft ihr ramponiertes Image aufzupolieren.

Ist diese 51-jährige Frau mit ihrer altmodischen „Schnecken-Frisur“ eine ukrainische Jeanne d’Arc? Oder eine weibliche Version von Michail Chodorkowski – eine Oligarchin, die auf dunklem Wege zu viel Geld gekommen ist? Vermutlich hat sie etwas von beidem.

Fest steht, dass sie in einem Schauprozess wegen „Amtsmissbrauchs“ zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Sie gilt als persönliche Gegenspielerin des autoritären Präsidenten Wiktor Janukowitsch. Trotz eines schweren Bandscheibenvorfalls musste die nur 1,60 Meter kleine Frau lange Zeit ohne ärztliche Behandlung im berüchtigten Charkower Frauengefängnis ausharren.

„Janukowitsch will Timoschenko umbringen“, ist sich deshalb ihr Anwalt sicher. Jetzt soll die Blondine – einst war sie Gesicht und Stimme der „Orangefarbenen Revolution“ – zur Behandlung in die Berliner Charité ausreisen dürfen. Der Druck auf Janukowitsch war zu groß geworden.

Ein EU-Assoziierungsabkommen liegt deshalb auf Eis, im Vorfeld der Fußball-EM (Gastgeber: Ukraine und Polen) hatte das Image von Europas größtem Flächenstaat bereits enorm gelitten.

Doch eine „lupenreine Demokratin“ ist auch Timoschenko nicht – vor allem keine selbstlose. Als Firmengründerin und spätere Chefin eines Energiekonzerns häufte sie in den „wilden 90ern“ nach dem Zerfall der Sowjetunion ein Vermögen an, das auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt wird.

Auch interessant
Kommentare
Von 21 Uhr abends bis 8 Uhr morgens können Sie hier keine Kommentare schreiben. Wir bitten um Verständnis.
Weitere Meldungen Politik & Wirtschaft
Datenschützer fürchten den Missbrauch bei elektronischer Kennzeichenerfassung.

Datenschützer fürchten den Missbrauch bei elektronischer Kennzeichenerfassung. Verkehrsminister Alexander Dobrindt wiegelt ab.  mehr...

Bei der „HoGeSA“-Demo in Köln kam es zu heftigen Ausschreitungen mit der Polizei.

Bei dem Anmelder handelt es sich nach RBB-Recherchen um Dennis Runkel aus Menden im Sauerland. Runkel stammt aus dem Umfeld des virtuellen Hooligan-Netzwerkes „HoGeSa“.  mehr...

Schaffte es auf Anhieb auf Rang 12 der beliebtesten Lebensmittelmarken: Alnatura.

Die Ökomarke Alnatura verdrängt den Getränkeriesen Coca-Cola als beliebtestes Lebensmittel. Dies belegt jetzt die Studie „Die Lieblingsmarke der Deutschen“ der Brandmeyer Markenberatung.  mehr...

Aktuelle Videos