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Dreikönigstreffen der FDP: Rösler unterbrochen: „Halt's Maul!“

Philipp Rösler beim Dreikönigstreffen.
Philipp Rösler beim Dreikönigstreffen.
Foto: dpa

Es wurde laut, es wurde unhöflich – und der Machtkampf in der Partei brennt weiter. Beim traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart gab es keine Rücktritte oder Einigungen. Rainer Brüderle sorgte mit einer lauten Rede für Applaus im Publikum und Philipp Rösler musste sich mit unschönen Zwischenrufen abfinden. Hier der Überlick.

Brüderle: „Wir müssen kämpfen!“

Das Dreikönigstreffen wurde um 11 Uhr von der baden-württembergischen Landeschefin Birgit Homburger eröffnet. Sie rief ihre Parteikollegen dazu auf, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. „Freiheit braucht eine starke Stimme, diese Stimme ist die FDP.“ Auf die Kritik an Rösler und den Streit um seinen Posten ging sie nicht ein.

Entwicklungsminister Dirk Niebel forderte bei seiner Rede eine Neuaufstellung der FDP-Führungsmannschaft so schnell wie möglich. So wie jetzt könne es nicht weitergehen, sagte Niebel. Er wisse, dass er ein hohes persönliches Risiko eingehe, aber: „Es zerreißt mich innerlich, wenn ich den Zustand meiner Partei sehe.“

Brüderle bei seinem lautstarken Auftritt auf dem Dreikönigstreffen.
Brüderle bei seinem lautstarken Auftritt auf dem Dreikönigstreffen.
Foto: dpa

Rainer Brüderle trat seiner Rede gewohnt laut auf. Mit Blick auf Griechenland stellte er fest: „Weglaufen ist keine liberale Option!“ Seine Partei werde in Europa gebraucht, als „Mitgestaltungsmacht“. Dann poltert Brüderle gegen den Kanzlerkandidaten der SPD: „Wo Steinbrück war, ist die Pleite nicht weit“, rief er – die FPD applaudierte.

Brüderle fordert eseine Partei auf, nicht den Kopf in den Sand zu stecken: „Wir müssen aufstehen und kämpfen. Wir müssen an uns selbst glauben!“ Die FDP sei zäh. Drei Jahre habe die Partei in Berlin Asche auf ihr Haupt gestreut. Jetzt müsse gekämpft werden.

Rösler wurde während der Rede immer wieder eingeblendet, er wirkte angespannt, applaudierte aber brav während Brüderles Rede.

Zwischenruf! Rösler reagiert souverän

Dann war es soweit: Rösler betrat die Bühne – ein mit Spannung erwarteter Auftritt. Der Parteichef startete mit der Frage: „Wofür braucht Deutschland eigentlich die FDP?“ Seine Antwort: Man brauche die Partei nicht nur als Unterstützter für die CDU, um die Union ans Regieren zu bringen. Sondern um liberale Werte zu vertreten und für Freiheit zu kämpfen.

Eine unschöne Unterbrechung mitten in der Rede: „Rösler ist ein Arschloch!“, rief ein Zuschauer. „Halt's Maul!“ Rösler reagierte souverän: „Man kann auch höflicher formulieren, dass man sich nicht so schätzt. Aber 2013 wird ein Jahr der Höflichkeit und des Anstandes.“ Er nahm einen Schluck Wasser, dann ging's weiter im Text. Offenbar hatte sich ein Demonstrant ins Gebäude geschlichen, konnte Rösler aus zwei Metern Entfernung beschimpfen.

Rösler polterte im Anschluss vor allem gegen die Grünen, die seiner Meinung nach zu viele Einschränkungen planen. Als Flugblätter von einer Empore geworfen werden, reagierte er spöttisch: „Erst dachte ich, das wären die Grünen – aber die werfen doch kein Papier weg, das wird recycelt.“

In seiner Rede hat Rösler die maßlose und erniedrigende Kritik an seiner Partei beklagt. Die Gegner versuchten, die Liberalen unter die Wasserlinie zu drücken. Wenn die FDP in der Öffentlichkeit teils als Unkraut bezeichnet werde, müsse er sagen: „Hier werden Grenzen - auch der Kritik - überschritten“, sagte Rösler. Er persönlich als Parteichef müsse mit Kritik leben: „Das gehört zu meinem Job.“

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