Er war Kampfpilot, Luftwaffen-Kommandant und trägt den „Stern des Sinai“, den höchsten Orden Ägyptens – Stoff für eine arabische Heldengeschichte.
Und doch ist Hosni Mubarak (82) bei seinen Landsleuten verhasst. Das liegt vor allem an der schamlosen Bereicherung des Mubarak-Clans.
Nach algerischen und syrischen Quellen haben die Raffkes vom Nil in den letzten 30 Jahren 40 Milliarden Dollar beiseitegeschafft, vieles davon versteckt auf Auslandskonten.
Nach einem Bericht von „sueddeutsche.de“ wird allein das Vermögen des Mubarak-Sohns Gamal (47) auf 17 Milliarden geschätzt, alles deponiert in Banken in der Schweiz, Deutschland, USA und Großbritannien. Mubarak hatte den gelernten Bankier Gamal in den letzten Jahren systematisch zum Nachfolger aufgebaut – inzwischen soll der „Thronfolger“ des „Pharaos“ das Land in Richtung London verlassen haben.
Wie ist das märchenhafte Vermögen entstanden? Während die Ägypter immer ärmer wurden, kassierte der Mubarak-Clan Kommissionen für Rüstungsaufträge sowie beim Bau der Luxushotels in Scharm el Sheikh und Hurghada am Roten Meer.
Der Sohn eines Gerichtsschreibers herrscht seit 30 Jahren über das Land – länger als die meisten Pharaonen. Er kam 1981 ans Ruder und residiert in einem festungsartigen Palast-Areal im Kairoer Vorort Heliopolis – einer Oase in der staubigen Millionenstadt.
Mubaraks Frau Suzanne ist Tochter eines Ägypters, ihre Mutter stammt aus Wales. Anders als andere Herrscher in arabischen Ländern führt die Familie kein ausschweifendes Leben. Die Söhne Gamal und der im Volk beliebtere Alaa (49) sind Absolventen des American Colleges in Kairo.
Unter Mubarak sind rund 60 Milliarden Dollar an US-Wirtschafts- und Militärhilfe ins Land geflossen. Was davon in den Taschen des Clans landete, ist bisher unklar. Das gilt auch für die Frage, ob die Mubaraks nach dem Sturz ihr Vermögen in Ägypten genießen können oder den Weg anderer arabischer Despoten ins Exil im Ausland gehen. Auch für diesen Fall ist finanziell bestens vorgesorgt.