Auch Franzosen und Briten zögern

USA raten Israel von Angriff auf Iran ab

Zieht sein Atomprogramm durch: Der iranische Machthaber Mahmoud Ahmadinedschad.
Zieht sein Atomprogramm durch: Der iranische Machthaber Mahmoud Ahmadinedschad.
Foto: dapd

Die USA und ihre Verbündeten wollen Israel von einem Angriff auf den Iran abbringen. Ein einseitiger Militärschlag gegen das umstrittene Atomprogramm werde letztendlich die Herrschenden in Teheran stärken und nicht schwächen, verlautete aus amerikanischen, britischen und französischen Regierungskreisen.

Die USA teilten aber mit Israel die Einschätzung darüber, wann der Iran über Atomwaffen verfügen könnten.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hatte am Donnerstag erklärt, die internationale Gemeinschaft könnte bereit sein, einen Militärschlag in Erwägung zu ziehen, sollten die Sanktionen gegen den Iran nicht greifen.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte in Brüssel, Israel habe angedeutet, einen Militärschlag zu prüfen, und Washington habe seine Bedenken geäußert. Panetta wollte sich nicht zu einem Kommentar der „Washington Post“ äußern, in dem ihm die Einschätzung zugeschrieben wurde, Israel könnte den Iran im April, Mai oder Juni angreifen.

Der geistliche Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat die USA und Israel eindringlich vor militärischen Angriffen auf seine Atomanlagen gewarnt. „Schon das Nachdenken über solche Angriffe wäre für sie von Nachteil. Das Einleiten dieser Angriffe wäre zehn Mal so nachteilig für sie“, sagte Chamenei beim Freitagsgebet in Teheran.

Gleichzeitig machte er klar, dass sich der Iran durch keine Drohungen oder Sanktionen von seinem Atomprogramm abbringen lasse. Wie Teherans Antwort auf Angriffe aussehen könnte, sagte er nicht.

„Wir haben unsere eigene Art, auf solche Drohungen zu antworten“, sagte Chamenei, der laut der iranischen Verfassung das letzte Wort in allen Staatsangelegenheiten hat. „Die USA drohen dem Iran mit Krieg, weil die Amerikaner das Gespräch mit dem Iran fürchten. Ihre einzige Logik zur Erreichung ihrer Ziele sind Krieg und Blutvergießen.“

Er fügte hinzu, Teheran mische sich nicht in andere Länder ein, unterstütze aber Gruppen, die gegen das zionistische Regime stünden. „Wir sagen: Das zionistische Regime ist ein Krebsgeschwür und sollte beseitigt werden, und es wird beseitigt werden.“ Teheran hält Israels Haltung für den Hauptgrund der westlichen Kritik an seinem Atomprogramm.

Der Iran hat unterdessen am Freitag einen kleinen Satelliten in eine Erdumlaufbahn gebracht. Der 50 Kilogramm schwere Mikrosatellit „Navid“ werde die Erde in einer Höhe von 375 Kilometern umrunden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA. Es ist der dritte Satellit, der im Zuge des ambitionierten iranischen Weltraumprogramms ins All gebracht wurde.

Das Programm hat im Zusammenhang mit dem umstrittenen Atomprogramm die Sorgen der internationalen Gemeinschaft vertieft: Dieselbe Technologie, mit der Satelliten ins Weltall transportiert werden können, kann auch für das Abfeuern von Sprengköpfen verwendet werden.

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Datum:  3.2.2012
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