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Amputierter Fuß und Co.: Schock-Ausstellung zur Schlacht um Stalingrad

Original-Exponate der Schlacht von Stalingrad
Dresden –  

70 Jahre nach der erbarmungslosen Kesselschlacht von Stalingrad soll aus dem Gedenken an das blutigste Gefecht des Zweiten Weltkriegs ein Versöhnungsfest werden.

Zum Staatsakt am 2. Februar, zu dem Kremlchef Wladimir Putin erwartet wird, reisen auch Nachkommen deutscher Soldaten in die Millionenstadt an der Wolga. Wo mehr als 700 000 Deutsche und Russen ihr Leben ließen, reichen sich die Feinde von einst die Hände.

Dass Stalingrad für Soldaten beider Seiten die Hölle war, ist längst bekannt. In der Ausstellung „Stalingrad - Ereignis und Mythos“, die noch bis 30. April 2013 im Militärhistorischen Museum Dresden läuft, wird die Tragödie auf eine ganz besondere Art und Weise deutlich.

600 Original-Exponate werden gezeigt. Darunter auch der amputierte Fuß eines Wehrmachtssoldaten und das Tagebuch des deutschen Unteroffiziers Johann Kriegel.

Der Dresdner Chemiestudent kämpfte in der 6. Armee nördlich von Stalingrad. Als er am 8. September 1942 getötet wurde, durchschlug das Geschoss vermutlich auch das Tagebuch. Das Loch im Papier ist noch deutlich zu erkennen.

Die Schlacht von Stalingrad

Als die Reste der deutschen 6. Armee am 2. Februar 1943 in den Ruinen von Stalingrad kapitulieren, endet das monatelange mörderische Ringen um die Stadt an der Wolga. Die Rote Armee wie die Wehrmacht mit ihren Verbündeten zählen Hunderttausende Tote nach dem mit aller Brutalität geführten Häuserkampf.

Von den etwa 91 000 deutschen Soldaten, die in sowjetische Gefangenschaft kommen, kehren nur 6000 in die Heimat zurück.

Generalfeldmarschall Friedrich Paulus hatte sich bereits am 31. Januar ergeben und sich damit über Diktator Adolf Hitler hinweggesetzt, der ein Durchhalten um jeden Preis befohlen hatte. Die Stadt mit dem Namen seines verhassten Konkurrenten Josef Stalin sollte zum Symbol deutschen Siegeswillens werden. So aber gilt Stalingrad nun als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges.

Dabei sah die Wehrmacht noch im Herbst 1942 wie der sichere Sieger aus. Die kampferprobten Truppen brachten trotz erbitterter Gegenwehr fast die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle. Die Verteidiger hielten nur noch einen schmalen Streifen entlang der Wolga.

Doch mit einer Zangenbewegung kesselten die Sowjets die Deutschen schließlich ein. Frische Truppen aus Sibirien und der heftige Winter kamen ihnen zugute. Luftwaffenchef Hermann Göring konnte seine lautstarken Versprechen einer „Luftbrücke“ zur Hilfe der Eingeschlossenen nicht umsetzen.

So eindeutig das Ende der mythenumrankten Schlacht terminiert ist, so uneins sind sich Historiker über den genauen Beginn. Die russische Geschichtsforschung nennt den 17. Juli 1942, als Einheiten der sowjetischen 62. und 64. Armee unweit der Stadt auf die Vorhut der deutschen 6. Armee trafen.

Deutsche Historiker gehen eher vom 23. August 1942 aus, als die Luftwaffe einen mörderischen Angriff auf Stalingrad flog. Ein mögliches Datum ist auch der 25. August 1942, an dem Stalin den Belagerungszustand verhängte.

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