Traumhafte Jugendstil-Fenster, feinste Schiefer-Dachschindeln und ein prächtiger gußeiserner Zaun, der auch vor dem Buckingham-Palast stehen könnte: Die Villa von Ex-Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) ist ein echtes Schmuckstück. Und alle Hamburger haben mitbezahlt: Knapp 800000 Euro Steuergelder wurden hier bisher verbaut.
Erst kommt der Laster von „Möbel Kraft“, dann erscheint bestens gelaunt der Ex-Bürgermeister. Der 41-Jährige scherzt mit einem Nachbarn, dann fährt Ahlhaus’ hochschwangere Frau Simone mit einem Geländewagen vor und gesellt sich zu den beiden. Alle drei plaudern angeregt miteinander. Dann geht Ahlhaus zurück ins Haus, blickt versonnen in den Garten. „Alles meins“, mag er denken.
Tja, aus seiner Sicht hat der Bürgerschaftsabgeordnete alles richtig gemacht. Zunächst kaufte Ahlhaus 2009 die große Villa in bester Elbvororte-Lage zu einem ausgesprochen günstigen Preis. Gemunkelt wird von einem Preis von etwas mehr als einer Million Euro. Die Makler-Firma, bei der seine Frau eine leitende Stellung hat, spielte beim Verkauf sicher eine gewisse Rolle.
Zum Zeitpunkt des Kaufs war Ahlhaus Innensenator und galt als „gefährdet“. Der Staatsschutz erstellte ein Schutzkonzept. Zunächst wurden Sicherungskosten in Höhe von einer Million Euro veranschlagt.
Vor allem die Sicherung der 34 Fenster und die Absicherung des knapp 3000 Quadratmeter großen Areals gingen ins Geld. Die Villa war nämlich auf Betreiben des Ex-Bürgermeisters unter Denkmalschutz gestellt worden. Nun konnten keine Standard-Sicherheitsfenster eingebaut werden – es mussten extrem aufwendige Fenster in geschwungener Form hergestellt werden.
Der Nachteil für den Steuerzahler war ein Vorteil für Ahlhaus: Er kann wegen des Denkmalschutzes eigene Renovierungskosten steuerlich geltend machen. Ahlhaus sieht das natürlich ganz anders: „Ich habe nichts als Ärger mit dem Haus.“
Dass die Sicherung seines Hauses mehr gekostet hat als alle Schutzmaßnahmen für den kompletten Senat in den vergangenen zehn Jahren, scheint ihn nicht zu stören.
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