Haben Hamburgs Schulen Angst vor kritischen Bewertungen? Es scheint so. Nur wenige veröffentlichen die Ergebnisse ihres Schul-TÜVs.
Wenn die Schulinspektion ihren Bericht zu Unterrichts-Qualität, Förderangeboten und Zufriedenheit von Schülern und Lehrern vorlegt, verschwindet der noch viel zu häufig in der Schublade von Rektoren. CDU-Geheimwaffe Walter Scheuerl fordert: "Diese Berichte sollten veröffentlicht werden."
Mit ausnehmend guten Ergebnissen wurde gerade die Stadtteilschule Kirchdorf von den Prüfern bedacht. "Wir stellen den Bericht demnächst auf unsere Homepage, dann können alle Eltern ihn einsehen", sagt Lehrer Carsten Frömchen. Eine Ausnahme. Vor allem, wenn die Noten nicht so gut sind. "Mit den Ergebnissen passiert an den Schulen zu wenig, gerade wenn sie negativ sind", sagt der bildungspolitische Sprecher der SPD, Ties Rabe.
Meist erfährt nur der kleine Kreis der Schulkonferenz, wie es um die Qualität der Schule bestellt ist. "Diese Berichte könnten auf der Behörden-Seite im Internet veröffentlicht werden“, sagt Walter Scheuerl. "Das hilft Eltern, wenn sie überlegen, wo sie ihr Kind anmelden." Auch die Elternkammer wünscht sich mehr Öffentlichkeit, sieht aber auch Gefahren. "Wir wollen nicht, dass aus den Bewertungen ein Schul-Ranking entsteht", sagt Kammer-Chef Peter Albrecht. Ein Problem, das auch die SPD sieht. "Wir brauchen mehr Transparenz, aber kein Ranking."
Scheuerl, der selbst Elternrat ist, sieht das anders. "Die Berichte eignen sich gar nicht, um daraus ein Ranking zu erstellen." Und selbst wenn – "Rankings sind nichts Negatives."
Gerade wurde der aktuelle Jahresbericht des Schul-TÜVs vorgestellt. Auffällig ist dabei, dass die Prüfer jetzt nach vier Jahren eigentlich alle 360 Schulen einmal besucht haben sollten, geschafft haben sie aber nur 270 von ihnen. Bedenklich ist, dass sich laut Prüfern die Unterrichts-Qualität an den Gymnasien nicht verbessert hat, während der Trend an Grundschulen und Gesamtschulen deutlich nach oben geht.
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