Der Blick schweift weit über das Grasland, mächtige Gestalten bewegen sich gemächlich durch die Landschaft. Ab und zu hebt eines der urtümlichen Viecher den Kopf. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum leben Galloway-Rinder nahezu wild – ein Besuch hat ein bisschen was von Safari. Eben noch wanderten wir durch dichten Wald, plötzlich liegt eine weite, sanft hügelige Ebene vor uns, das „Stellmoorer Tunneltal“. Der Wechsel von Wald-, Gras- und Buschland ist typisch für das riesige Schutzgebiet, das sich auf 558 Hektar von Hamburg-Rahlstedt bis nach Schleswig-Holstein erstreckt.
Bis 1992 wurden hier Truppenübungen abgehalten. Inzwischen sind die Panzerstraßen von Radfahrern und Skatern bevölkert, die an verwitterten Markierungssteinen entlangrollen.
Früher haben die Militärfahrzeuge dafür gesorgt, dass die Vegetation der „Steppe“ nicht zu hoch wurde. Heute erledigen das drei Herden von Galloways, dazu Heidschnucken, Bentheimer Landschafe und Burenziegen. Die Tiere können das ganze Jahr über frei durch das Schutzgebiet wandern.
Wie eine Steppe: Dieser Teil des Naturschutzgebietes heißt „Stellmoorer Tunneltal“.
Foto: Patrick SunNaturpädagogin Grit Jakobasch (37) führt regelmäßig Besuchergruppen durch den Höltigbaum und kennt die Rastplätze der zotteligen Rinder: „Hier, fühlen Sie mal“, sagt sie und zeigt auf einen Baumstamm. Ein Stück Borke ist ganz glatt und glänzend: „Daran scheuern sich die Galloways.“
Sie fängt einen kleinen Frosch im Gras, und weist auf einen Vogel mit schwarzer Augenmaske in den Ästen: „Ein Neuntöter.“ Menschen dürfen hier durch alle Pforten gehen, müssen aber auf den Wegen bleiben. Außer im „Freizeitwald“, einem Stück nahe dem Info-Zentrum. Hier können Kinder durch Unterholz toben. Daneben: die Picknickwiese mit Kletterbäumen.
Drei Rundwanderwege mit verschiedenen Themen führen durch das Gelände: Einer zu den „wilden Weiden“ der Galloways, einer verfolgt die Spuren der Gletscher, und ein „Entdeckerpfad“ lockt mit spannenden Infotafeln. Eine Safari am Rande der Stadt!
Das Naturschutzgebiet Höltigbaum erstreckt sich von Rahlstedt bis nach Stormarn. Tipp: das interaktive Infozentrum „Wilde Weiden“ (Eichbaumstraße 63), www.hoeltingbaum.de
Buslinie 462 bis „Naturschutzgebiet Höltigbaum“, in Fahrtrichtung über die Wendekehre, dann rechts bis zur Schranke (Bus alle 15-30 Minuten ab Bahnhof Rahlstedt). Mit dem Auto: Eichberg 63 in Rahlstedt (über die B75, rechts in den Höltigbaum, 15 Kilometer von Hamburg City)
Schloss Ahrensburg: Weißes Renaissance-Schloss auf einer von einem Wassergraben umgebenen Insel. Geöffnet täglich außer Mo und Fr 10 bis 17 Uhr. 13 Minuten weiter auf der B75.
Stormarnsches Dorfmuseum: Museum mit freiem Eintritt im historischen Bauernhaus „Am Thie“ in Hoisdorf, Sprenger Weg 1, geöffnet Dienstag, 9 bis 12 und Sa 14 bis 17 Uhr (15 Kilometer vom Höltingbaum)
Indoor-Spielplatz: In Ahrensburg lockt Norddeutschlands größter Indoor-Spielplatz: „Indoo Park“, Ewige Weide 1. Tägl. 10 bis 19 Uhr, Tageskarte Kinder: 3,50, Erwachsene: 8,50 Euro

Die MOPO präsentiert tolle, familienfreundliche Ziele für Tagesausflüge, maximal 100 Kilometer von Hamburg entfernt.
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