Der Mensch neigt ja zum Schulterschluss. Nähe zu Gleichgesinnten – das gibt Sicherheit. So kommt’s, dass sich Liegeradfahrer anerkennend zunicken, wenn sie einander liegend begegnen. So neckt der Metal-Fan beim Wacken-Open-Air seinen Nächsten mit liebevollen Rempeleien, während vorn Bands spielen, die wie startende Flugzeuge klingen. Und deshalb prosten sich Pferdefleisch-Fans am Tresen der Rossschlachterei gern verschwörerisch mit der Wurst zu: lecker!
So stelle ich mir das zumindest vor, auch wenn ich nie dabei war.
Jetzt dachte ich, und das war naiv, unter Eltern wäre das so ähnlich. Also: viel Brüderlichkeit, zwinkern, hey, dufte, man versteht sich. Und dann gibt eins das andere.
Aber neulich, auf dem Indoor-Spielplatz eines Flughafen-Terminals war’s, da spürte ich mal wieder: Nee. Ich tue mich noch schwer mit meiner neuen „Peer-Group“. Ich hatte allerdings auch den Start bereits vermasselt: „Und, äh, wie alt ist er denn, der Kleine?“, fragte ich. Smalltalk-Standard an der Rutsche, das kleine Einmaleins. „Es ist ein Mädchen“, erwiderte der Vater, und schaute recht säuerlich.
Nicht schlimm, nein. Aber die Frage ist: Wie zur Hölle geht das Gespräch dann weiter? Und muss man denn überhaupt reden? Mit der Mutter von Emily und Annabelle („Emily! Annabelle! Nicht so wild!“) zum Beispiel? Man hockt da ja sehr aufeinander, aber ich kenne diese Leute doch gar nicht! Auch verkrampfe ich dann immer ein wenig, mir fehlt da wohl noch die Erfahrung.
Ungeeignet ist übermäßige Aktivität, um die eigene Sprachlosigkeit zu kaschieren: Lässig bestieg ich, den Junior im Arm, ein Schaukelpferd. Hinfort war die Lässigkeit, als die Schwungfeder unter 100 Kilo sofort abknickte, ich schwer mit dem Heck aufsetzte, es knallte, Jonas zu weinen begann. Unangenehm, auch im Rücken.
Der Junior, inzwischen knapp zehn Monate, macht kommunikativ natürlich auch in solchen Situationen alles richtig: Andere Kinder starrt er einfach wie verzaubert an. Entrückt, speichelnd, wirr kichernd. Minutenlang.
Vielleicht ist das die Lösung.
Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!
So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.