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Papa-Tagebücher: Kein Platz für den Junior im coolen Restaurant

Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.
Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.
Foto: dapd

Neulich, ich war gerade dabei, die Kinderkarre mit dem schlafenden Junior darin bei diesem total coolen Pizzaladen („Filialen in New York und Tokio“) in der Altstadt von Palermo durch die Tür zu wuchten, spürte ich, was es heißt, total uncool zu sein. Ein Kellner, bestimmt nennt er sich dort Concierge, trat uns in den Weg, und er musterte uns abschätzig.


Ich war irritiert, auch weil das Vorderrad sich gerade blöd an der Schwelle verhakt hatte, stammelte etwas von „Pizza... maybe for take away?“ Und der Mann sagte sehr distinguiert etwas wie: „No Pizza in the daytime“. Was, wenn es der Concierge eines Pizzaladens zu einem sagt, auf Deutsch wohl heißt: „Bitte gehen Sie!“ Wir sind dann gegangen.

Später, als ich nicht mehr darüber nachdenken musste, ob nicht einer der Marktverkäufer bei uns ums Eck, die so wunderbar nach Mafia-Film aussehen, den Concierge für mich gegen eine Handvoll Euros auf den Pfad der Tugend führen würde, wurde mir klar, dass der Mann nicht anders konnte.

Es soll schließlich hip sein, in seinem Laden. Und auch wenn uns die People-Magazine anderes verkaufen wollen. Auch, wenn es sein mag, dass die Pitts und Jolies dieser Welt ihre zwölfköpfige Blagen-Entourage glamourös und lässig durch die Metropolen der Welt bugsieren. Unser Leben mit Jonas ist vieles, aber nicht hip.

Eine kurze Bestandsaufnahme: Wir tragen bei unseren langen Touren durch die Straßen der Stadt praktische Wetterjacken. Wir haben Windeln dabei. Tuppertöpfe mit Reiswaffeln, Apfelstückchen und einen Trink-lern-Becher. Wir wohnen genau im Zentrum des sizilianischen Nachtlebens, auf dem Kiez von Palermo, und gehen um 19.30 Uhr schlafen. Ziemlich uncool.

Man kann darauf reagieren: sich und das Kind mit teuren Eppendorfer Baby-Marken ausstaffieren, Latte-Macchiato-Halter für den Baby-Buggy kaufen. Aber mal ehrlich: Wenn’s hart auf hart kommt, wenn geschrien wird und Waffelschleim durch den Raum fliegt, dann kann all das in puncto Coolheit auch nur Nuancen bringen.

Deshalb ist jetzt Trotz die Devise: Haltung bewahren trotz Spuckeflecken! Ein Prosit auf den Trink-lern-Becher! Und die Pizza machen wir uns selbst.

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