Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 11.1.2013

Papa-Tagebücher: Von pürierten Pferden und Nahtoderfahrungen

Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.
Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.
Foto: dapd

Es gibt viele Gründe, Kinder zu bekommen. Allerhand romantische, ein paar soziologische. In Palermo, der Hauptstadt Siziliens, kommt noch ein ganz handfester dazu: „Die Gegend hier galt früher als sehr gefährlich“, erzählt unsere Vermieterin. „Aber die Leute hier mögen Kinder sehr gern, deswegen gibt es kein Problem, wenn ihr mit dem Kleinen unterwegs seid.“

Sehr schön. Wir haben einen acht Monate alten Bodyguard. Endlich Elternzeit. Wir sind für vier Wochen ans Mittelmeer gezogen. Eine rumpelige Wohnung unterm Dach mitten in der Altstadt. Eine Woche ist schon rum. Und eins ist klar: Das hier ist die perfekte Anti-Angst-Therapie für übervorsichtige deutsche Mittelschicht-Eltern.

Da ist die Wohnung: Während wir in Deutschland mit den Muttis all der kleinen Mias und Leons viel Zeit darauf verwenden zu diskutieren, welche Steckdosen-Sicherungen die besten sind und ob im Schlafzimmer 18 oder eher 20 Grad die beste Erholung garantieren, robbt der Junior hier in der eiskalten Bude in jeder unbeobachteten Sekunde zwischen mürben Stromkabeln, offenen Treppenschächten und glühenden Gas-Heizlampen umher – Patschehändchen immer Richtung Verderben. Pronto.

Da ist die Ernährung: „Am Anfang nur Kürbis-Brei, vielleicht noch Pastinaken“, raunen daheim die Hebammen und Supermuttis. „Nur bio! Und bloß kein Zucker und Salz!“ Hier gibt’s im Supermarktregal bei der Kindernahrung den Aufmarsch alles Schlachtbaren: Bizarre Gläschen-Etiketten zeigen links den immer gleich gierig grinsenden Säugling, rechts das süße Tier, das drinsteckt, im Foto noch unpüriert: Lamm, Kaninchen. Und, ja, äh: Pferd. Fisch gibt’s auch. Und Käse. Schön abgeschmeckt mit Salz und Zucker. Va bene.

Und da ist der Verkehr: beschaulich? Nicht hier. Palermo ist ruppig und laut. Palermo hupt und knattert. Palermo parkt kreuz und quer. In Schlangenlinien eiern wir durch den Parcours aus Schlaglöchern, Mopeds, Lastern. Jede Straßenüberquerung eine Nahtoderfahrung.

Und Jonas? Der Kerl, der nach zehn Minuten Spaziergang in der heimischen und lauschigen Fischbeker Heide wütend die Rückkehr nach Hause einfordert? Schläft in seiner Karre wie ein Engel.
O bella Italia...

Weitere Meldungen Papa-Tagebücher
Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.
|  0

So ein Kind, so denkt man, ist ein fragiles Wesen. Zart und rein. Nachts allerdings, wenn Papa wehrlos ist, zeigt Jonas ein anderes Gesicht. Tritte und Kopfnüsse: Der Junior trainiert für eine Karriere als Türsteher.  mehr...

Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.
|  2

Juchzen, schreien, pupen, brabbeln – noch ein paar Tage, dann ist es so weit: Der Wahnsinn jährt sich, der Junior feiert ersten Geburtstag. Sein Vater ist in dieser Zeit fünf Jahre gealtert. Und hat eine gehörige Ego-Schrumpfkur hinter sich ...  mehr...

Zwischen Himmel und Hölle: Aus dem neuen Leben eines Vaters.
|  0

„Das erste Jahr kannste vergessen“, raunte mir einst ein Vater zu, nachdem er mir zur Schwangerschaft meiner Frau gratuliert hatte. Und er ergänzte: „Aber dann wird’s super!“   mehr...







Barmbek oder Blankenese, Eimsbüttel oder Eppendorf: Machen Sie den Test, welcher Hamburger Stadtteil am besten zu Ihnen passt!

Die besten Hamburg-Tipps

So wird der Kiez-Abend ein Erfolg: MOPO.DE zeigt Ihnen zehn lustige Party-Anwendungen für das Smartphone.

Buli-Cup
Auf Facebook empfohlen
  • 8.472,20 Pkt. +16,37 (+0,19%)
  • 14.200,91 Pkt. +37,23 (+0,26%)
  • 968,87 Pkt. -2,41 (-0,25%)
  • 15.381,02 Pkt. +20,21 (+0,13%)
  • 1,2901 USD +0,0012 (+0,09%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de
Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute: Alle Kinos:
Kino oder Film suchen
Suchen
Kinofilm, Schauspieler oder Regie
Kino, PLZ oder Ort
Buli-Cup