Was für eine Posse! Da hatte die Stadt Goslar eine Gleichstellungsbeauftragte. Monika Ebeling, 51, SPD-Mitglied, Sozialpädagogin. Die Leiterin eines Kindergartens kümmerte sich seit 2008 nebenbei noch um die Gleichberechtigung. Doch jetzt wurde sie abberufen. Weil sie zu nett zu Männern war.
Letzter Auslöser fürs Abservieren waren banale Brötchentüten. Auf denen stand als Slogan zu einer geplanten Aktionswoche der Stadt: „Gewalt gegen Frauen und Kinder kommt nicht in die Tüte.“
Ebeling warnte, dass Männer hier wohl nur als Täter vorgesehen seien, nicht auch als Opfer. Das sei falsch: „Auch Männer haben Narben!“ Im Stadtrat wurde sie schließlich abberufen. Auf Antrag der Linkspartei. Vorwurf: Sie habe die Aktion boykottiert, zumindest aber madig gemacht.
Das Ende eines jahrelangen Streits. Ebeling hatte sich vorher immer wieder um die Rechte geschiedener Väter gekümmert, auch gegen pauschale Frauenquoten argumentiert.
Jetzt wehrt sich Ebeling! Sie sagt: „Ich habe meine Arbeit gut gemacht. Ich habe mich für beide Geschlechter eingesetzt, so wie es das Gesetz vorsieht.“ Wer von ihr wolle, dass sie sich als Gleichstellungsbeauftragte nur um Frauen kümmere, sei wohl „feministisch in den 80er Jahren stehen geblieben“. Sie verkörpere ein anderes Weltbild. Sie zur „SZ“: „Gleichstellungsarbeit darf nicht weiblich bestimmt sein - dann könnten wir sie gleich abschaffen.“