Der plötzliche Turbo-Winter sorgt für Bibberkälte, Frostnasen – und für spektakuläre Ereignisse in der Natur: In einer Höhe im Sauerland sprießen unglaubliche „Turbo-Stalagmiten“ aus dem Boden. Eigentlich wachsen solche Eiszapfen in 100 Jahren nur einen Zentimeter – im Sauerland sind es zehn Zentimeter pro Tag!
Die Bilsteinhöhle in Warstein ist voll von den außergewöhnlichen Eisgebilden: Hunderte Stalagmiten reihen sich aneinander, sogar Experten sind beeindruckt. Vergangene Woche hatte Höhlenführer Stefan Enste die ersten Mega-Zapfen entdeckt, „dann wurden es immer mehr“.
Ein spektakuläres Schauspiel, doch der Fachmann kann es erklären: „Im Januar hat es sehr viel geregnet. Da tropfte es hier überall in der Höhle viel.“ Diese Feuchtigkeit sitze immer noch im Boden und die relativ warme Luft im Höhleninnern lasse es weiter tropfen. An den Höhlenöffnungen treffen die minus 20 Grad kalte Außenluft und die 8 Grad warme Höhlenluft aufeinander, dadurch sprießen die Zapfen in die Höhe.
Doch die Besonderheit ist leider auch vergänglich: Sobald es wieder wärmer werde, seien die „Turbo-Stalagmiten“ so schnell wieder weg, wie sie gewachsen sind, sagt Enste.
Wie lange die Stalagmiten noch weiter wachsen, kann Enste nicht sagen. Er und seine Kollegen konnten die Höhlenbesucher bisher dazu bringen, besonders vorsichtig zu sein, um die zerbrechlichen Eisgebilde nicht zu zerstören.. „Wir haben aber derzeit auch keine großen Schulklassen hier“, sagt Enste. Bislang haben alle Höhlenbesucher gut auf die skurrilen Gebilde geachtet – hoffentlich bleibt das noch eine Weile so.