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Wirbel um Muskelprotz: Platzt dieser dicke Guinness-Rekord?

Der Ägypter Moustafa Ismail (24) trainiert angeblich hart für seine Mucki-Arme. Mit 79 Zentimetern Umfang schaffte er es ins Guinnessbuch der Rekorde. Doch Dopingjäger trauen dem Braten nicht.
Der Ägypter Moustafa Ismail (24) trainiert angeblich hart für seine Mucki-Arme. Mit 79 Zentimetern Umfang schaffte er es ins Guinnessbuch der Rekorde. Doch Dopingjäger trauen dem Braten nicht.
Foto: dapd

Das ist ja ein dickes Ding! Platzt der bizarrste Weltrekord des Jahres? Der Ägypter Moustafa Ismail (24) wurde erst vor wenigen Tagen ins Guinnessbuch aufgenommen, weil er die imposantesten Muckis der Welt zu bieten hat. Oder doch nicht?

Mit satten 79 Zentimetern Oberarm-Umfang lässt sich der Ägypter seitdem im Internet als „Mister Popeye“ (der Seemann mit dem Spinat) feiern.

Dopingjäger Jörg Börjesson (47) wird beim Anblick dieser Arem allerdings schlecht: „Ich bin entsetzt. Das sieht ja aus wie von einem anderen Planeten.“

Anti-Doping-Aktivist Jörg Börjesson ist entsetzt.
Anti-Doping-Aktivist Jörg Börjesson ist entsetzt.
Foto: dpa

Der Anti-Doping-Aktivist erhebt schwere Vorwürfe: „Für mich ist klar, dass der Mann Synthol-Öl in seine Muskeln gespritzt hat, dieses wird teilweise in der Bodybuildingszene benutzt. Schlimm ist nur, dass Jugendliche die meist noch nicht mal trainieren mit diesem Synthol-Öl hantieren. Ein neuer gefährlicher Trend. Ich finde es Wahnsinn, dass das Guinnessbuch so einem Menschen eine Plattform bietet, denn das Doping-Problem gerade unter Jugendlichen ist enorm.“

Börjesson ist selbst ein gebranntes Kind: „Ich habe jahrelang Hormone genommen, musste dann an der Brust operiert werden, weil sich die Hormone in weibliche Östrogene gewandelt haben. Mir wurden pro Brust 400 Gramm Gewebe entfernt. Jetzt will ich Jugendliche und Sporteinsteiger davor warnen, ein ähnliches Schicksal zu erleiden. Ich halte auch Vorträge an Schulen.“

Er weiß, wie Synthol-Öl wirkt: „Es wird direkt in die Muskeln gespritzt und sorgt dort für eine optische Vergrößerung der Muskeln ohne Kraftzuwachs. Man sieht ja auch an dem Freak aus dem Guinnessbuch, dass er ansonsten völlig untrainiert ist und schlaffe Unterarme hat. Das Zeug ist total gefährlich, denn es kann in die Blutbahn geraten und dann auch bis zum Tod führen.“

„Popeye“ Ismail versichert selber, dass alles korrekt sei. „Das ist harte Arbeit, ich trainiere zweimal am Tag mit Hanteln.“ Vor zehn Jahren wog er noch 360 Kilogramm. Nun trinkt er vier Liter Wasser am Tag und achtet auf eine eiweißreiche Ernährung.

Dick sind jetzt nur noch seine Oberarme. Doch auch beim Guinnessbuch sind sie misstrauisch geworden. Guinness-Richter Olaf Kuchenbecker sagt im Gespräch: „Es kann sein, dass der Rekord aberkannt wird, denn wir haben Hinweise bekommen, dass es Ungereimtheiten gibt. Das Unterspritzen von Ölen soll in der Szene gang und gäbe sein. Wir achten darauf, dass alle Rekorde ohne Doping aufgestellt werden.“ Nun ermittelt eine medizinische Kommission.

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