Am Mittwoch hat sich in Saarbrücken ein mutmaßlicher Kindesentführer (30) umgebracht. Der Häftling erhängte sich in seiner Zelle - mit einem Gürtel der Anstaltskleidung.
Ein Sprecher des saarländischen Justizministeriums bestätigte den Vorfall am Mittwoch. Der Inhaftierte saß seit Mitte Dezember in Untersuchungshaft. Er soll seine rund zwei Jahre alte Tochter entführt haben. Ein Spezialkommando der Polizei hatte ihn im nordrhein-westfälischen Erkrath bei Mettmann aufgegriffen. Seine Kleine hatte er entgegen der Vereinbarung nicht zur Mutter zurückgebracht, die von ihm getrennt lebte. Stattdessen war er Anfang Dezember mit dem Kind untergetaucht.
Damals hatte der Mann damit gedroht, seine Tochter zu töten, sollte ihm das Sorgerecht nicht übertragen werden. Zeitweise waren bis zu 50 Beamte an der Suche nach dem Kind beteiligt.
Nach der Festnahme sei der 30-Jährige nie auffällig gewesen, sagte der Sprecher des Justizministeriums. „Er hat sich völlig unauffällig verhalten.“ Nichts habe auf Selbstmordgedanken hingedeutet.