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Streit in San Francisco : Proteste gegen Nacktverbot: Festnahmen

Die 43-jährigen nackten Demonstranten Gypsy Taub und George Davis halten in San Francisco vor dem Rathaus ein Plakat mit der Aufschrift «Body Freedom».
Die 43-jährigen nackten Demonstranten Gypsy Taub und George Davis halten in San Francisco vor dem Rathaus ein Plakat mit der Aufschrift «Body Freedom».
 Foto: dpa

Völlig nackt durch San Francisco bummeln? Das ist seit November 2012 verboten. Der Stadtrat stimmte mit knappen sechs zu fünf Stimmen für eine entsprechende Verordnung. Aus Protest gegen die neue Vorschrift zogen sich am Freitag Protestanten vor dem Rathaus aus.

Die 43-jährige Gypsy Taub zählte zu der kleinen Gruppe Nudisten, die zugleich mit einer Klage gegen das Verbot vorgehen wollen. „Ich bin hier, um mein Recht auf freie Meinungsäußerung zu verteidigen“, sagte die dreifache Mutter. „Dafür nehme ich Verhaftung und Geldstrafen in Kauf.“ Zusammen mit drei weiteren Nackten wurde sie von der Polizei erst verwarnt, dann festgenommen.

Eine Handvoll Nudisten war am Freitag bei Protesten gegen ein neues Nacktheitsverbot im kalifornischen San Francisco festgenommen worden.
Eine Handvoll Nudisten war am Freitag bei Protesten gegen ein neues Nacktheitsverbot im kalifornischen San Francisco festgenommen worden.
 Foto: dpa

Das neue Gesetz in der einstigen Hippie-Hochburg sieht Geldstrafen von maximal 500 Dollar vor, bei wiederholten Verstößen droht aber auch Gefängnis bis zu einem Jahr. Mit einem ersten Einspruch vor Gericht waren die Nudisten im Januar gescheitert.

Plan B wurde am Freitag umgesetzt: Dutzende Polizisten, Reporter und Passanten schauten zu, als die Demonstranten vor dem Rathaus von San Francisco die Hüllen fallen ließen. Die Festnahmen wurden mit lauten Buhrufen der Aktivisten begleitet.

Die Festnahmen der Nudisten wurden mit lauten Buhrufen der Aktivisten begleitet.
Die Festnahmen der Nudisten wurden mit lauten Buhrufen der Aktivisten begleitet.
 Foto: dpa

Der homosexuelle Stadtverordnete Scott Wiener, der das Schwulenviertel Castro vertritt, hatte das Nacktheitsverbot eingebracht. Die Zahl von Nudisten sei in den vergangenen Jahren in seinem Bezirk deutlich gewachsen. Vor allem Anwohner und auch Geschäftsleute hätten sich über die öffentliche Nacktheit beschwert, argumentierte der Politiker im Stadtrat.

Ausgenommen von dem Nacktheitsverbot sind besondere Anlässe und Straßenfeiern wie die jährliche Schwulenparade. Auch an Stränden und auf Privatgrundstücken darf man sich weiter ausziehen.

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