Kurz geschorener Haarkranz, rundes Gesicht. Tränen laufen Robert Jürgen M. über die Wangen, als er die unglaublich Tat gesteht. Der 42-Jährige hat seine pflegebedürftige Mutter umgebracht.
Mit einem Gift-Cocktail – aus Tee gemischt mit Abflussreiniger.
Noch zwei Monate litt die 65-Jährige höllische Qualen im Krankenhaus. Aber es gab keine Rettung – die Verätzungen waren zu schwer. Robert Jürgen M. aus dem Landkreis Unterallgäu hatte sich nach der Tat im vergangenen April der Polizei gestellt, saß seitdem in U-Haft.
Zum Prozess-Auftakt vor dem Landgericht Memmingen gestern sagte er: „Mir tut es leid, ich wollte es nicht.“
Da sein Vater für längere Zeit im Krankenhaus war, habe er seine Mutter fast zwei Monate allein zu Hause gepflegt. Nachts sei er mehrmals aufgestanden, um sie auf die Toilette zu bringen. M.: „Sie hat oft geweint und geschrien. Mir war das alles zu viel. Man kann sich nicht vorstellen, was das für eine Belastung ist.“
Am Tattag sei er morgens spontan auf die Idee mit dem Abflussreiniger gekommen. „Ich wollte sie nicht umbringen. Ich wollte nur, dass sie ruhig ist.“
Nach der Tat blieb der Sohn noch etwa zwei Stunden in der Wohnung und ließ seine Mutter dann allein. „Er verließ das Haus, um ihr nicht beim Sterben zusehen zu müssen“, hielt ihm die Staatsanwältin vor.
Das Landgericht sprach den Sohn des Mordes schuldig. „Er hat seiner Mutter einen entsetzlichen Tod bereitet“, sagte die Vorsitzende Richterin. Das Urteil: Lebenslänglich.