Atom-Alarm in Japan

Radioaktive Strahlung: Wie gefährdet sind wir in Deutschland?

In Stuttgart demonstrieren am Samstag Tausende gegen Atomkraft.
In Stuttgart demonstrieren am Samstag Tausende gegen Atomkraft.
Foto: Getty Images
Tokio –  

Der Reaktorausfall in Japan – die Explosion in dem Kernkraftwerk Fukushima Eins schockiert die Welt. Der Fall erinnert an die furchtbare Katastrophe von Tschernobyl 1986.

Während um die beschädigten Kernkraftwerke Fukushima Eins und Zwei ein Evakuierungsradius von 20 Kilometern gezogen wird, um die Menschen vor radioaktiver Strahlung zu schützen, wird auch hierzulande die Frage laut: Wie gefährlich ist die Strahlung für die Menschen in Europa und in Deutschland?

Aus dem Kraftwerk Fukushima No. 1 tritt bereits radioaktives Cäsium aus.
Aus dem Kraftwerk Fukushima No. 1 tritt bereits radioaktives Cäsium aus.
Foto: dpa

Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen laut des Nachrichtenportals rp-online, dass die Radioaktivität nicht in die höchsten Höhe der Atmosphäre ziehen wird. Dann ist eine Verteilung rund um den Globus wenig wahrscheinlich.

Die Gefährdung für Europa ist durch die große Distanz zu Japan eher gering. Atom-Experte Christoph von Lieven (Greenpeace) bestätigt, dass eine mögliche Gefährdung davon abhängt, wie hoch die Radioaktivität in die Atmosphäre vordringt. Es sei aber möglich, dass durch die Nahrungskette kleine Partikel hierher gelangen.

Laut Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) kann eine Gefährdung Deutschlands vom beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima „praktisch ausgeschlossen werden“. Diese liege an der großen Entfernung und der Wind- und Wetterlage, sagte Röttgen am Samstag vor Beginn eines Landesparteitags der nordrhein-westfälischen CDU in Siegen. In Japan wehe der Wind vom Festland auf den Pazifik und nicht in westliche Richtung.

Auch Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst sagt: „Ich kann für uns Entwarnung geben.“ Die Partikel bräuchten Tage, um nach Deutschland zu gelangen, wahrscheinlich würde nicht mal ein Staubkorn nach Deutschland geweht werden.

Am Rande einer Protestaktion zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und Stuttgart, an der sich nach Angaben der Veranstalter etwa 60.000 Atomkraftgegner beteiligten, sahen sich viele Teilnehmer bestätigt. „Auch wenn die Befürworter dieser Technologie immer wieder behaupten, sie sei sicher, sie ist es nicht, wie wir heute erleben müssen“, sagt beispielsweise Evely Marandi. Die 40 Jahre alte Frau, die sich an der Menschenkette vor dem Ludwigsburger Schloss beteiligt, fügt hinzu: „Ich bin bestürzt über diese rasche und letztendlich doch überraschende Entwicklung.“

Es sei ein Spiel mit dem Feuer, wenn deutsche Politiker wie etwa der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) behaupteten, die Atomkraft sei alternativlos.

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Datum:  12.3.2011
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