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Ohne Nahrung: US-Student (23) in Zelle vergessen

Vier Tage lang vegetierte Daniel Chong in der Zelle vor sich hin. Ohne Wasser, Nahrung und Licht.
Vier Tage lang vegetierte Daniel Chong in der Zelle vor sich hin. Ohne Wasser, Nahrung und Licht.
Foto: dpa (Symbolfoto)

Er schrie um sein Leben, brüllte, trat gegen die Tür - doch keiner hörte ihn. Vier Tage lang vegetierte der Student Daniel Chong in einer kleinen Zelle vor sich hin. Ohne Wasser, ohne Nahrung, ohne Licht. Nicht mal eine Toilette gab es in dem kleinen Raum. Die Polizisten hatten ihn einfach vergessen.

Um zu überleben, trank der 23-Jährige seinen eigenen Urin. Seine Anwälte reichten jetzt eine Klage gegen die Drogenbekämpfungsbehörde (DEA) ein. Sie fordern umgerechnet 15 Millionen Euro Schmerzensgeld und sprechen von Folter.

Nach einer Party nahmen Polizisten den Studenten am 21. April fest. Ohne Haftbefehl steckten sie ihn in eine Zelle. 1,5 mal drei Meter, ohne Fenster, ohne Toilette. Seine Hände steckten in Handschellen. Danach kümmerte sich niemand mehr um den jungen Mann. Er wurde einfach vergessen.

Nach zwei Tagen begann er zu halluzinieren. Kleine japanische Zeichentrickfiguren hätten ihm geraten, Löcher in die Wände zu graben, um nach Wasser zu suchen, sagte Chong der Nachrichtenagentur AP. „Ich habe die Wände aufgerissen und aus irgendeinem Grund erwartet, dass Wasser herauskäme.“

Doch die einzige Flüssigkeit, die er trinken konnte, war sein eigenes Urin. Bald kamen Chong Suizidgedanken. Mit den Scherben seiner Brillengläser versuchte er, sich eine Nachricht an seine Mutter in den Arm zu ritzen. Eine Scherbe verschluckte er und fügte sich so innere Verletzungen zu.

Nach vier Tagen ging plötzlich das Licht an. „Wer sind Sie?“, fragten die überraschten Beamten laut Chongs Bericht. Sofort brachten sie den entkräfteten Studenten ins Krankenhaus.

Der DEA-Sonderbevollmächtigte in San Diego, William Sherman, beteuerte, er sei „zutiefst bestürzt“ über den Vorfall und entschuldigte sich bei Daniel Chong. Ihm habe zu keiner Zeit eine Klage gedroht.

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