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Mutmaßlicher Chef: kino.to-Prozess: Dirk B. lacht vor Gericht

Dirk B., der mutmaßliche Gründer von kino.to.
Dirk B., der mutmaßliche Gründer von kino.to.
Foto: dapd

Er verdiente Millionen mit illegalen Film-Streams – jetzt steht der mutmaßliche Chef von kino.to vor Gericht. Dirk B. soll das Internetfilmportal gegründet haben, seit elf Monaten sitzt er deshalb in Untersuchungshaft.

Die gute Laune konnte ihm seine Inhaftierung offenbar nicht verderben: Als der 39-Jährige am Dienstag im Gericht erschien, lächelte er in die Kameras. Auf die Frage des Richters nach seiner Anschrift überlegte er kurz, lachte und sagte dann: „Justizvollzugsanstalt Dresden.“

Fünf frühere Mitarbeiter von Dirk B. wurden bereits im Dezember 2011 zu Haftstrafen verurteilt, jetzt wird dem Chef der Prozess gemacht. Er soll von März 2008 bis Juni 2011 knapp 6,7 Millionen Euro mit kino.to eingenommen haben. An seine Mitarbeiter soll er für Gehälter und Mietkosten für Server rund 1,6 Millionen Euro gezahlt haben. Wo das restliche Geld geblieben ist, ist noch unklar – der weitere Prozessverlauf soll diese Frage klären.

Die bisherigen fünf Angeklagten hatten bei den Ermittlungsbehörden Geständnisse abgelegt – das hat Dirk B. bislang verweigert. Auch zu den Einnahmen hat er sich bislang nicht geäußert. Sein Verteidiger kündigte im weiteren Prozessverlauf eine Erklärung seines Mandanten an.

Am ersten Prozesstag wurde zunächst anderthalb Stunden lang die Anklage gegen Dirk B. verlesen. Ein Justizbeamter, der eigentlich eine mögliche Flucht von B. aus dem Gerichtssaal verhindern sollte, drohte dabei mehrfach einzuschlafen. Im Anschluss wurde Dirk B. zurück in seine Dresdner Haftzelle gebracht. Vorher durfte er allerdings noch seiner Freundin, die in der ersten Freundin saß, einen dicken Kuss geben. Sie wird Dirk B. voraussichtlich am 22. Mai wiedersehen – dann stet der nächste Prozesstag an.

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