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Medizinische Sensation: Bomben-Opfer lebt mit den Armen eines Toten

Nach drei Jahren fühlt sich Brendan Marrocco wieder wie ein vollständiger Mensch. Seine neuen Arme kann er schon bewegen. 16 Chirurgen nähten ihm in einer komplizierten OP die Arme eines Spenders an.
Nach drei Jahren fühlt sich Brendan Marrocco wieder wie ein vollständiger Mensch. Seine neuen Arme kann er schon bewegen. 16 Chirurgen nähten ihm in einer komplizierten OP die Arme eines Spenders an.
Foto: AP

Eine Bombe im Irak zerfetzte ihm beide Arme und Beine. Brendan Marrocco schrieb damit US-Militärgeschichte. Weil er als erster Soldat einen vierfachen Körperglied-Verlust überlebte.

Jetzt schrieb der 26-Jährige auch Medizingeschichte. Ihm wurde zwei Arme eines Toten an den Körper transplantiert – mit dem Knochenmark des Spenders.

Als er 2009 im Irak einen Panzerwagen steuerte, explodierte die Bombe, die am Straßenrand versteckt war. Sie riss Brendan Marrocco beide Arme und Beine ab. Der Soldat musste fast ein Jahr im New Yorker Armee-Krankenhaus liegen, bekam Beinprothesen.

„Es war unglaublich, wieder laufen zu können. Doch ich hasste es, keine Arme zu haben. Man tut alles mit Händen, benutzt sie sogar beim Reden“, sagt er. Dann schöpfte Brendan Hoffnung, als Chirurgen eine doppelte Arm-Transplantation planten.

Brendans Vater Alex Marrocco: „Er ist ein unheimlich starker Mensch, der sich entgegen aller Prognosen wieder aufgerappelt hat. Als er erfuhr, dass er ein Kandidat für eine Transplantation ist, war er fassungslos vor Glück.“

Am 18. Dezember führte ein Chirurgenteam im Johns Hopkins Hospital von Baltimore den 13-stündigen Eingriff durch. Chefchirurg Dr. Andrew Lee: „Es war sehr kompliziert. Wir transplantierten auch das Knochenmark, damit der Körper des Patienten seine neuen Arme nicht abstößt.“

Marrocco überstand die OP gut, muss aber noch drei Monate in der Klinik bleiben, danach zur Reha. Dort ist Geduld gefragt. Dr. Lee: „Es kann zwei Jahre dauern, bis er seine neuen Arme voll benutzen kann. So lange brauchen die Nerven, bis sie sich regeneriert haben.“

Brendan kann es schon heute kaum erwarten, wieder Sport zu treiben, wie zum Beispiel Schwimmen. „Aber am meisten freue ich mich, wieder mein Auto fahren zu können, das seit drei Jahren in meiner Garage steht.“

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