Er verübte im Alleingang zwei brutale Massaker, hat 77 Menschen auf dem Gewissen. Im April wird Anders Breivik der Prozess gemacht – vorher gibt der Massenmörder von Norwegen ein Fernseh-Interview.
Vize-Gefängnischef Gøran Nilsson bestätigte am Dienstag, dass Breivik einer „ausländischen TV- Gesellschaft“ ein Interview zugesagt habe. Juristisch ist das kein Problem: Seitdem das zuständige Osloer Gericht die Besuchsverbote gegen Breivik aufgehoben hat, darf er auch mit Medien sprechen.
Es gab bereits zahlreiche Interviewwünsche – doch bislang hat Breivik immer abgelehnt. Jetzt will sich der rechtsradikale Islamhasser aber doch äußern. Welcher Sender das einzige Interview mit dem Mörder erhält, ist noch unklar. „Es handelt sich um ein großes Medienunternehmen mit mehr als nur einer Zeitung“, sagte Nilsson.
Breiviks Anwalt Geir Lippestad hatte seinem Mandanten von Interviews vor dem Gerichtsverfahren abgeraten. Doch offenbar will der Norweger nicht auf seinen Anwalt hören, stattdessen erklärt er der Welt im Fernsehen seine Taten.
Der 32-Jährige hatte am 22. Juli 2011 zuerst acht Menschen durch eine Bombe im Osloer Regierungsviertel getötet. Kurz danach starben 60 fast durchweg jugendliche Teilnehmer eines Sommerlagers auf der Insel Utøya bei einem von Breivik verübten Massaker.