Die Realität scheint für viele Hamburger nur bedingt erträglich zu sein: Ob Gras, Koks, Speed, Pilze, Opiate oder Ecstasy – mit großem Eifer greifen große Teile der Bevölkerung regelmäßig zu Drogen. Jeder dritte betrinkt sich mindestens ein Mal im Monat, so eine vom Senat vorgestellte Studie. Und immer mehr greifen zu Schmerzmitteln und Antidepressiva.
44,1 Prozent der 18 bis 64-Jährigen haben mindestens ein Mal illegale Drogen genommen. Das sind 530000 Hamburger. Die meiste Erfahrung haben 25 bis 29-Jährige mit 56,3 Prozent, die geringste über 50-Jährige (30,4 Prozent).
Die beliebteste illegale Droge. Zwar ist der Konsum insgesamt leicht rückläufig. Immerhin haben aber in den vergangenen 12 Monaten 8,5 Prozent oder 102000 der 1,2 Millionen 18 bis 64-Jährigen zum Joint gegriffen. Ein Viertel davon kifft wöchentlich, 14 Prozent täglich. Jeder Dritte ist über den eigenen Konsum besorgt, jeder Sechste bezeichnet ihn als „außer Kontrolle“. Unter den Jugendlichen greifen Jungs zum Joint: 17 Prozent kifften im letzten Monat (Mädchen: sechs Prozent). Das Einstiegsalter stieg leicht auf 14,7 Jahre.
Die zweite Wahl, wenn es um illegale Rauschmittel geht. 20400 (1,7 Prozent der 18 bis 64-Jährigen) haben in den vergangenen zwölf Monaten gekokst. Es koksen fast nur Männer und mehr 40- bis 49- als 30- bis 39-Jährige. Der Konsum stieg bis 2003 stark an und geht jetzt leicht zurück.
Der Konsum von Amphetaminen ist stabil, in den vergangenen zwölf Monaten griffen 9600 18 bis 64-Jährige zu Speed&Co (0,8 Prozent).
Die bewusstseinserweiternden Gewächse sind beliebter als LSD, 8400 gingen in den vergangenen zwölf Monaten auf einen „Pilz-Trip“. Zu LSD, dessen Wirkung ähnlich ist, griffen 1200
Die einstige Partydroge verliert seit zehn Jahren an Bedeutung. Zuletzt griffen 6000 zu den bunten Pillen. Ecstasy ist die einzige Droge, die stärker von Frauen konsumiert wird.
Opiate sind out, wegen des extremen Suchtpotenzials gelten sie als „Loserdroge“. 3600 griffen zuletzt zu Heroin, 7200 zu anderen Opiaten.
Legal – und die mit Abstand am häufigsten konsumierte Droge. 88 Prozent der Befragten griffen im vergangenen Monat zu. Ein Drittel davon betrank sich mindestens ein Mal (fünf oder mehr Getränke auf einmal), 12,6 Prozent mehr als drei Mal. In der Suchberatung machen Alkoholabhängige die große Mehrheit aus.
„Medikamenten-abhängigkeit und -missbrauch ist ein wachsendes Problem“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Genaue Zahlen legt der Senat in Kürze vor.
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