Entsetzen an der Schule Turmweg: Die Grundschule im feinen Rotherbaum hat die schlechteste Benotung, die je eine Hamburger Schule beim Schul-TÜV bekommen hat. Dabei lernen dort Kinder mit den besten Start-Voraussetzungen. Viele Eltern sind Akademiker, etliche kommen aus kreativen Branchen. Am Montag trat die ungeliebte Leiterin Susanne B. zurück.
Mangelhafte Führung, fehlende Ziele und äußerst unzufriedene Lehrer werden Susanne B. vom Schul-TÜV attestiert. Aber auch die Qualität des Unterrichts bewerten die Tester als schwach. Nun hat die Schulbehörde die Reißleine gezogen. „Der Bericht weist deutliche Schwächen in nahezu allen geprüften Bereichen aus, es besteht daher dringender Handlungsbedarf“, sagt Sprecher Peter Albrecht.
Offiziell heißt es, die Schuleiterin habe auf eigenen Wunsch aufgehört. Glauben mag das von den Eltern niemand. Sie soll von der Behörde dazu gedrängt worden sein. Die Leitung übernimmt zunächst die Stellvertreterin. Für heute ist von der Behörde eine Vollversammlung mit Eltern und Lehrern anberaumt worden. „Gemeinsam mit der Schulaufsicht werden dann konkrete Maßnahmen und ein Zeitplan besprochen“, so Albrecht.
Viele Eltern sehen den Rücktritt von Susanne B. als neue Chance für ihre Schule. „Wir sind alle froh, dass es sich so entwickelt hat“, sagt Peter Wippermann. Der Trendforscher hat selbst eine Tochter an der Schule. „Jetzt gibt es endlich einen Neuanfang.“ Wippermann hatte bereits im Januar öffentlich den massiven Unterrichtsausfall am Turmweg angeprangert. Er sieht als Ursache ein schlechtes Arbeitsklima: „Die Kommunikation stimmte nicht. Die Lehrer flüchteten sich in die Krankheit und die Eltern gingen auf die Barrikaden.“
Als sehr befremdlich empfanden viele Eltern, wie sich Susanne B. verabschiedete. Sie schrieb den Kindern in einem vorwurfsvollen Abschiedsbrief: „Ich werde jetzt an einer neuen tollen Schule für andere, nette Kinder da sein.“
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