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Geheimnisvoller Fall: Hat der Vatikan eine Mädchenleiche im Keller?

Emanuela Orlandi, Tochter eines Papst-Dieners, war am 22. Juni 1983 nach ihrem Musikunterricht verschwunden.
Emanuela Orlandi, Tochter eines Papst-Dieners, war am 22. Juni 1983 nach ihrem Musikunterricht verschwunden.
 Foto: dapd

Es ist einer der geheimnisvollsten Fälle in der Geschichte des Vatikans:

Die 15-jährige Emanuela Orlandi, Tochter eines Hofdieners von Papst Johannes Paul II., verschwand nach ihrem Musikunterricht nahe der römischen Piazza Navona – scheinbar spurlos. Die Ermittlungen verliefen im Sande.

„Wir haben nichts zu verbergen“, sagt Vatikansprecher Federico Lombardi zum Verschwinden von Emanuela.
„Wir haben nichts zu verbergen“, sagt Vatikansprecher Federico Lombardi zum Verschwinden von Emanuela.
 Foto: dpa

Übrig blieben lediglich Vermutungen, dass sie ermordet wurde. Doch jetzt, nach knapp 29 Jahren, kommt plötzlich Bewegung in die Sache. Die Gerüchte, die sich um das Verschwinden der Vatikanbewohnerin ranken, könnten glatt einem Kriminalroman entsprungen sein.

Ein seltsamer Anrufer hätte seinerzeit beim Heiligen Stuhl angerufen und im Austausch für Emanuela die Freilassung des Papst-Attentäters Ali Agca gefordert. Ermittlungen dazu landeten in der Sackgasse.

Die Staatsanwaltschaft hielt eine andere Version für glaubwürdiger: Die Mafia ließ das Mädchen entführen! Grund: Die Vatikanbank sollte gezwungen werden, Geld zurückzugeben, das Mafiaboss Enrico De Pedis investiert hätte.

Seine ehemalige Freundin sagte 2008 aus, dass die Drahtzieher der Entführung „im Vatikan“ säßen. De Pedis habe das Geld schließlich abgeschrieben. Doch als er 1990 erschossen wurde, stimmte der Vatikan (aus Dankbarkeit?) zu, dass er in der Sant’ Apollinare-Kirche beerdigt wurde – das ist sonst nur hohen Kirchenmännern vorbehalten. Es gibt Gerüchte, dass Emanuela mit ihm zusammen beigesetzt worden sei.

Seit Wochen fordert deshalb ihr Bruder Pietro die Öffnung des Grabes. „Ich will nichts unversucht lassen!“, sagt er. In einer langen Stellungnahme signalisierte der Kirchenstaat nun seine Bereitschaft, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.

Genau das Gegenteil war ihm im Fall Emanuela immer vorgeworfen worden. „Wir haben nichts zu verbergen. Es gibt kein Hindernis, das Grab öffnen zu lassen“, so Vatikansprecher Federico Lombardi.

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