Francesco Schettino bleibt in Hausarrest. Ginge es jedoch nach der Staatsanwaltschaft, säße der Kapitän der „Costa Concordia“ längst wieder in U-Haft und hätte eine Rekordstrafe zu befürchten: 2697 Jahre Gefängnis!
In Florenz wurde Dienstag über den aktuellen Aufenthalt von „Kapitän Feigling“ verhandelt. Die Verteidiger des 52-Jährigen forderten das Ende des Hausarrests – weil eine Wiederholung des Delikts für den Kapitän außer Dienst nicht möglich sei. Die Staatsanwaltschaft drängte darauf, Schettino wieder hinter Gitter zu bringen – wegen drohender Fluchtgefahr. Das Gericht lehnte beides ab.
Der Gedanke an Flucht wurde Schettino wohl gekommen sein, wenn er die Zeitungen aufgeschlagen hätte. Das Blatt „Il Messaggero“ hat anhand der Forderungen der Staatsanwälte das Strafmaß geschätzt: 2697 Jahre Haft würden Schettino demnach drohen.
Eine unglaubliche Zahl. Sie setzt sich zusammen aus den möglichen Strafen für die einzelnen Vergehen: 15 Jahre für mehrfach fahrlässige Tötung, zehn Jahre für Herbeiführen der Katastrophe, je acht Jahre für jedes Todesopfer – bislang wurden 17 Tote geborgen, 17 Menschen werden vermisst – sowie für jeden Passagier, der auf dem sinkenden Schiff im Stich gelassen wurde. Das soll auf 300 der Passagiere zutreffen.