Die Welle der EHEC-Neuerkrankungen in Hamburg ebbt ab. „In den letzten 24 Stunden sind in Hamburg 30 neue EHEC-Fälle gemeldet worden, davon sechs mit HUS“, erklärte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Mittwoch. „Dies bestätigt die Einschätzung, dass aktuell die Fallzahlen langsamer steigen als in der Anfangsphase des Ausbruchsgeschehens.“
Es sei aber nach wie vor zu früh, um Entwarnung zu geben. In Hamburg wurden bis Mittwochvormittag 928 EHEC-Fälle oder -Verdachtsfälle gemeldet. 161 Menschen waren wegen der schweren Verlaufsform hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) im Krankenhaus. Drei Menschen sind bisher in Hamburg an den Folgen einer Infektion mit dem aggressiven Darmkeim gestorben.
Für die Behandlung der schwer kranken EHEC-Patienten ist viel Blutplasma nötig. Das UKE hat daher erneut zum Blutspenden aufgerufen.
In den vergangenen drei Wochen seien allein am UKE mehr als 6000 Plasmakonzentrate für die Versorgung der HUS-Patienten eingesetzt worden, berichtete eine Sprecherin. „Das entspricht etwa der Menge an Plasma, die sonst in drei bis vier Monaten gebraucht wird.“
Die Reserven müssten vor allem mit Blick auf die nahenden Sommerferien möglichst schnell wieder aufgefüllt werden. In den vergangenen Tagen hätten bereits viele Menschen mit ihrer Blutspende geholfen, sagte der Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin, Sven Peine. „Die Hilfsbereitschaft und die Geduld der Spender ist beispiellos.“
Angesichts der leichten EHEC-Entspannung nimmt das Universitätsklinikum auch wieder andere Notfälle auf. „Das UKE ist seit Dienstagnachmittag wieder in vollem Umfang an der Notfallversorgung beteiligt“, heißt es in einer Mitteilung. In Absprache mit der Hamburger Gesundheitsbehörde hatte sich die Klinik seit dem 29. Mai aus der allgemeinen Notfallversorgung ausgeklinkt und sich vor allem auf EHEC- und HUS-Patienten konzentriert. Beim hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), der schweren Verlaufsform einer EHEC-Infektion, kann es zu Nieren- und Hirnschäden kommen.
„Wir sind erleichtert, dass sich viele unserer Patienten zunehmend stabilisieren“, erklärte UKE-Chef Prof. Jörg Debatin. „Da wir zusätzliche Intensivbetten aufgebaut haben, können wir die Versorgung aller Notfallpatienten nun wieder voll gewährleisten.“ Zwei abgetrennte Bereiche der Intensivstation würden aber weiterhin für die schwer erkrankten HUS-Patienten benötigt.
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