Jedes Jahr im Januar tauft der Papst Kinder von Mitarbeitern des Vatikans. Dieses Jahr hat der katholische Oberhirte seine weltweite Gemeinde dabei ermahnt: Nennt eure Kinder nach biblischen Figuren - „als unverwechselbares Zeichen des Heiligen Geistes“.
Cheyenne, Kevin, Chanel und Peach (das englische Wort für Pfirsich) - solche Kindernamen bringen den Papst nämlich auf die Palme. Dabei ist der Untergang des christlichen Abendlandes keineswegs beschlossen: Unter den aktuell beliebtesten Mädchen- und Jungennamen tauchen viele Namen mit religiösem Ursprung auf.
Aber spielt der christliche Glaube bei der Namensvergabe deshalb noch eine Rolle? „Viele Menschen werden nicht wissen, dass sie einen religiösen Namen gewählt haben. Namen werden vergeben, weil sie einen schönen Klang haben“, so Dr. Lutz Kuntzsch, der seit zehn Jahren für die Vornamenberatung bei der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ zuständig ist.
Abwandlungen christlicher Namen wie Lisa und Lilly von Elisabeth oder Mia von Maria würden heute häufig nicht mehr als solche wahrgenommen. Einfluss auf die Namenswahl haben u.a.: Familientraditionen, Erinnerungen an Urlaubsorte, Filmstars, der Wunsch sich von anderen abzuheben.