Bianca war erst 17 Jahre alt, als sie aus dem Leben gerissen wurde. Ermordet mit einer getupften Krawatte, halbnackt abgelegt an einer französischen Autobahn. Mehr als 20 Jahre vergingen seit der grausamen Tat, nun wurde sie aufgeführt. Die Krawatte führte die Polizei zu dem Mörder – es war der Großonkel des Mädchens.
Im August 1991 sorgte der Fall Bianca für Schlagzeilen: Der Heidelberger Arbeitgeber der Auszubildenden hatte sie als vermisst gemeldet, später entdeckte die französische Polizei die Leiche des Mädchens bei Besançon an einer Autobahn. Der Schlips, mit dem sie ermordet wurde, hing noch an ihrer Kehle. Schon damals geriet der damals 63-jährige Großonkel von Bianca unter Verdacht. Die Ermittlungen ergaben, dass der Mann bis kurz vor der Tat ein Verhältnis mit der 17-Jährigen hatte. Doch Bianca beendete die Affäre, nachdem sie sich in einen jungen Mann verliebt hatte.
Die Polizei konnte den Großonkel damals aber nicht überführen, die Krawatte konnte ihm nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Erst jetzt gelang es Heidelberger Ermittlern, den Fall aufzuklären: Sie untersuchten die Mord-Krawatte mit modernen Methoden auf DNA-Spuren – und wurden fündig. Mit Hilfe von Briefmarken, die Biancas Großonkel abgeleckt hatte, konnte der Mann als ihr Mörder überführt werden.
Doch der Mord an Bianca bleibt ungesühnt: Der frühere Fernfahrer ist bereits tot, er nahm sich im Jahr 2000 das Leben. Die Ermittlungen sind damit abgeschlossen, ohne dass ein Täter bestraft wurde. Doch die Familie und Freunde der getöteten Bianca haben endlich Gewissheit.