Hamburgs Senat macht Ernst: „Schluss mit Wildtieren in Zirkussen“ hat der Senat gestern offiziell beschlossen. Heute reist „Circus Krone“ mit Elefanten, Löwen und einem Nashorn an. Verbraucherschutz-Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) spricht vom „Leiden der Tiere“.
Einen Tag, bevor die Elefanten, das Nashorn, Zebras, Löwen und Seelöwen ihre Kunststücke auf dem Heiligengeistfeld vorführen müssen, findet die Senatorin deutliche Worte: „Bestimmte Wildtiere in Zirkussen artgerecht zu halten, ist schon aufgrund der Mobilität der Betriebe kaum möglich. Durch die engen Käfige oder Fahrt-, Auf- und Abbauzeiten fehlt den Tieren die artgerechte Bewegung.“
Hamburg will sich nun im Bundesrat mit einer Initiative für ein Verbot bestimmter Wildtierarten im Zirkus einsetzen. Im Fokus: Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde, weil gerade diese Tiere über einen „ausgeprägten Bewegungsdrang und über ein hochentwickeltes Sozialverhalten verfügen“. Prüfer-Storcks: „Den Leiden der Tiere, wie auch Erkrankungen oder Verhaltensstörungen, können wir nur durch ein generelles Haltungsverbot entgegengetreten.“
Ausschusschef und Tierarzt Hans-Michael Goldmann (FDP) zur MOPO.DE: „Es muss etwas passieren. Die Situation vieler Zirkustiere ist nicht hinnehmbar.“ Er plädiert für eine Eingrenzung des Verbots auf bestimmte Tierarten, wie es schon in 13 europäischen Ländern praktiziert wird. Senatorin Prüfer-Storcks: „Zirkus kann auch ohne Elefanten oder Affen ein Erlebnis sein.“
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