Spätestens im Juni soll es so weit sein: Dann werden die Parkplätze an der Susannenstraße zu „Biergärtchen“. Die neue Gastro-Meile in der Sternschanze sorgt für mächtig Ärger. Jetzt drohen Anwohner mit Protesten.
„Wir werden jede Möglichkeit nutzen, diese Entwicklung zu behindern, sei es mit juristischen Mitteln oder Aktionen“, sagt Georg Möller. Der 55-jährige Firmenberater wurde in dem Stadtteil geboren und ist eines von 80 Mitgliedern der „Anwohner-Initiative Schanzenviertel“. „Die Susannenstraße ist nicht mehr bewohnbar, wenn sie durchströmt wird wie der Ballermann“, so Möller. Die Initiative will am Sonnabend vor Ort mit einem Info-Stand Präsenz zeigen.
Zehn Gastronomen haben kürzlich einen Vertrag des Bezirksamts Altona unterschrieben, damit sie die Parkplätze vor ihrer Tür als Außenbereiche nutzen können. Zuvor hatte die Bedingung, spezielle Schirme mit Schallschutz anzuschaffen, für Zoff gesorgt.
Die Gastronomen ließen die Frist zur Vertragsabgabe absichtlich verstreichen. „Obwohl das Bezirksamt gesagt hat, dass es dann in diesem Jahr keine Außengastronomie geben wird, wurde die Frist kurzerhand einfach verlängert“, so Möller.
Der Vater von vier Kindern und seine Mitstreiter fühlen sich nicht ernst genommen. Wolf Buchaly (67), Anwohner und Mitglied des Sanierungsbeirats: „Wir wurden um eine Stellungnahme zu dem Thema gebeten. Noch bevor wir reagieren konnten, war die Sache bereits von der Bezirksversammlung entschieden worden. Die haben uns nicht eingebunden.“
Tim Schmuckall (31, CDU), Vorsitzender des Regionalausschusses entgegnet: „Wir haben die Anwohner eingebunden und versucht, für alle eine Lösung zu finden. Die Gehwege werden freigehalten und es wird weniger Außengastronomie geben, weil nur zehn Läden die Verträge unterschrieben haben. Die anderen Gastronomen werden keine Genehmigung für Außenflächen bekommen.“
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