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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 1.8.2012

Absurde Szenen: Nach Badminton-Eklat wird jetzt ermittelt

Ein Offizieller verwarnt das chinesische Duo - doch die machen mit ihrem unwürdigen Spiel weiter.
Ein Offizieller verwarnt das chinesische Duo - doch die machen mit ihrem unwürdigen Spiel weiter.
Foto: dapd

Der Olympische Eid (siehe Infobox unten) ist für alle Athleten bindend. Fair geht vor - nach dem Eklat beim olympischen Badminton-Turnier muss daran jetzt gezweifelt werden. Im Blickpunkt stehen die Paare Wang Xiaoli und Yu Yang (China), Jung Kyung Eun/Kim Ha Na (Südkorea), Greysia Polii/Meiliana Jauhari (Indonesien) und Ha Jung Eun/Kim Min Jung (Südkorea).

Der Weltverband BWF leitet gegen die vier Frauendoppel-Paare ein Disziplinarverfahren ein. Der Vorwurf: sie sollen versucht haben, aus taktischen Gründen ihre Spiele zu verlieren.

Die Fälle werden derzeit verhandelt. Die Entscheidung soll noch heute verkündet werden.

In einer Pressemitteilung teilte der Badminton-Verband (BWF) mit, dass die Paare angeklagt worden seien, weil sie nicht die größtmöglichen Anstrengungen unternommen hätten, ihre Spiele zu gewinnen: „Sie benahmen sich in einer Weise, die eindeutig beleidigend und schädlich für den Sport ist.“

IOC gegen Ausschluss

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Forderungen nach einem Ausschluss der Spielerinnen eine Absage erteilt. „Dafür ist es noch zu früh. Wir warten erst einmal mögliche Sanktionen durch den Disziplinarausschuss des Badminton-Weltverbandes ab“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Mittwoch. Adams lehnte eine Rückerstattung des Eintrittspreises für die Zuschauer, die um echten Wettkampf betrogen worden waren, ab. „Sie haben ja auch andere Spiele gesehen, gegen die es keine Anschuldigungen gibt“, sagte Adams, dem Olympia-Chef Sebastian Coe beipflichtete: „Wir nehmen sehr ernst, was da passiert ist.“

Absurde Szenen

Beim Spiel zwischen Wang/Yu und Jung/Kim hatten sich absurde Szenen abgespielt. Neun Aufschläge spielten die favorisierten Chinesinnen, Nummer eins der Setzliste, alleine im ersten Satz ins Netz oder ins Aus und verloren schließlich 11:21, 14:21. Der längste Ballwechsel im ersten Durchgang hatte ganze vier Schläge.

Nachdem der Schiedsrichter beide Doppel ermahnt hatte, fingen immerhin die Südkoreanerinnen an, ernsthaft um den Sieg zu spielen. Die Zuschauer in der Wembley Arena buhten die Spielerinnen für die unwürdige Vorstellung minutenlang aus.

Absichtliche Niederlage zugegeben

Weltmeisterin Yu gab die absichtliche Niederlage im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters indirekt sogar zu: „Unsere Gegner waren wirklich stark. Es war das erste Mal, dass wir gegen sie gespielt haben, und am Mittwoch beginnt die K.o-Runde. Wir waren bereits qualifiziert und wollten mehr Energie für das Viertelfinale haben.“

Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV), ärgerte sich maßlos über das Verhalten der asiatischen Spielerinnen. „Ich würde alle disqualifizieren, die so etwas machen“, sagte Kranitz dem SID.

Beide Doppel wussten, dass der Sieger in der oberen Hälfte mit dem chinesischen Doppel Tian Qing/Zhao Yunlei spielen wird. Bei den XXX. Olympischen Spielen in London werden im Badminton erstmals Gruppenspiele ausgetragen. Die Sportart ist seit 1992 im olympischen Programm.

Der Olympische Eid

„Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.“

Quelle: Wikipedia

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