Im Grunde genommen ist er jetzt da, wo er längst sein wollte. Piotr Trochowski hat sich beim HSV zum Führungsspieler gemausert – im zentralen Mittelfeld, dort, wo er sich am wohlsten fühlt. Zehn Mal in Folge durfte der Siegtorschütze des 2:1 in Gladbach zuletzt ran, jedes Mal spielte er durch. Das gab es in sechs Jahren Hamburg für ihn zuvor nie. Troche entwickelt sich zum Leader – fragt sich nur, wie lange er dem HSV noch erhalten bleibt.
Schon paradox. Jahrelang hofften alle auf Trochowskis Durchbruch. Der gelang ihm, trotz seiner 35 Länderspiele seit 2006, nur bedingt. Fast schon abgeschrieben, als ewiges Talent betitelt, schickt er sich mit nun 26 Jahren an, nachhaltig durchzustarten. Spielt er sich damit ab Sommer in die Arme eines anderen Vereins?
Trochowskis Vertrag läuft aus. Der HSV würde gern verlängern, zumal Armin Veh große Stücke auf Trochowski hält. Dessen Berater Roman Grill weiß: "Im Augenblick ist Piotr ein wertvoller Spieler, man sieht, dass er sich auf dem Platz wohlfühlt." Die Begründung schiebt der Agent hinterher: "Wann immer Piotr Vertrauen geschenkt wurde, hat er seine Sache gut gemacht. Das sieht man auch jetzt wieder."
Wie aber sieht Troches Zukunft aus? Erst im Frühjahr will er mit dem HSV sprechen. Trochowski wird die Entwicklung des Vereins mit Argusaugen verfolgen. Nicht zuletzt die Situation um Veh dürfte für ihn eine große Rolle spielen. Bleibt der Trainer, steigen auch die Chancen auf den Verbleib des Mittelfeldspielers. Geht Veh, würde dies vermutlich auch Troches Ende beim HSV einläuten. Ausgerechnet nach einer Saison, in der er richtig stark zu werden scheint ...