Ist im Zuge der Aufhübschung Wilhelmsburgs kein Platz mehr für eine alternative Szene? Die SAGA kündigte jetzt einem linken Info-Laden, der sich seit drei Jahren an der Fährstraße sozial engagiert. "Als Begründung hieß es, wir seien zu IBA-feindlich, und die SAGA sei IBA-Partner", sagt Narmin Pientka (26), die zu den ehrenamtlichen Helfern des Info-Ladens gehört.
Der nur 28 Quadratmeter große Laden wird von jungen Leuten ehrenamtlich betrieben. Er dient als Stadtteil-Treffpunkt. Finanziert wird die Miete über Spenden und Mitgliedsbeiträge des Vereins "Für ein soziales Wilhelmsburg".
Die SAGA bestreitet die Vorwürfe, ihr habe die Gesinnung des Info-Ladens nicht gefallen. Sprecher Mario Spitzmüller: "Der Info-Laden hat die Fassade mit Plakaten verschandelt." Das sei Beschädigung und habe mit der IBA nichts zu tun. Tatsächlich wurde der Laden angeschrieben, er möge Plakate und Aufkleber entfernen. Pientka: "Das haben wir gemacht. Die SAGA kam zur Abnahme und alles war okay." Nur dass dann Wochen später ohne Vorwarnung die Kündigung ins Haus flatterte. (san)
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BU: Treffpunkt-Nutzer Narmin Pientka (26, v.l.), Frank Hoehlein (24) und Gladys Jelito (24) vor dem gekündigten Info-Laden an der Fährstraße