Mit bandagiertem linken Unterschenkel verließ Zé Roberto gestern das Gelände am Volkspark. Der Tag danach brachte noch keine große Besserung - und der HSV ist in Sorge: Fällt der Zauber-Zé wegen seiner Wadenverhärtung morgen gegen die Bayern aus?
Ganz Hamburg hängt ihm an der Wade - und hofft. Gestern begnügte sich der 35-Jährige mit einer Fahrrad-Einheit, ließ sich ausgiebig behandeln. "Ich hoffe, dass ich es schaffe", erklärte Zé. Eigentlich undenkbar, dass das Duell gegen seinen Ex-Klub, bei dem er zum Weltstar wurde, ohne ihn stattfinden muss.
Einen zusätzlichen Anreiz lieferte der Brasilianer pünktlich zum Gipfeltreffen höchst selbst. Vor drei Jahren trat er aus dem Nationalteam zurück, nach 84 Länderspielen war das Kapitel "Seleção" für Zé Roberto beendet. Überraschend meldet er sich nun zurück. "Ich dachte, dass der Spagat zwischen Bundesliga und Nationalmannschaft zu groß ist und ich das nicht schaffen würde", so Zé. "Aber ich bin immer noch fit, Carlos Dunga weiß Bescheid." Brasiliens Nationalcoach kann ab sofort wieder auf Zé Roberto zurückgreifen. Schon bald könnte es zum Comeback kommen.
Eine gute Leistung gegen Bayern könnte helfen, Dunga wird sich die TV-Bilder in Brasilien reinziehen. Zé ist optimistisch: "Ich weiß es noch genau - es war als Bayern-Spieler immer schwierig, in Hamburg zu spielen." Wie problematisch es diesmal für die Münchner wird, hängt nicht unwesentlich von Zés Genesungsprozess ab.